Vier Monate nach der Nachbesserung der Fahrbahn

Tempo 30 auf Kreuzung im Kasseler Stadtteil Kirchditmold verwundert

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Schilder stehen bis heute: Im Bereich der Kreuzung Loßberg-/ Heßberg-/ Teichstraße wurde vor über einem Jahr ein Tempolimit eingeführt weil die Fahrbahn nicht griffig genug war. Im April wurde die Fahrbahn erneuert, die Schilder sind geblieben.

Kassel. Seit über einem Jahr gilt rund um die viel befahrene Kirchditmolder Kreuzung Loßberg-/ Heßberg-/ Teichstraße/ Berliner Brücke Tempo 30.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung war im Sommer 2017 eingerichtet worden, weil die erst 2013 umfassend sanierte Fahrbahn bereits Mängel aufwies. Die sogenannte Griffigkeit ließ zu wünschen übrig. So musste die Baufirma Rohde in diesem Frühjahr auf eigene Kosten nachbessern. Doch obwohl diese erneuten Bauarbeiten Anfang April abgeschlossen wurden, gilt das Tempolimit bis heute.

Betroffen sind von der Tempo-30-Regelung die Loßbergstraße sowie die Berliner Brücke und die Heßbergstraße ab der Einmündung Hessenallee. Viele Autofahrer und auch die zuständige Kirchditmolder Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) wunderten sich schon länger darüber, dass das Tempolimit auch vier Monate nach den Nachbesserungen Bestand hat. Denn die Stadt hatte im Vorfeld der Bauarbeiten angekündigt, wieder auf Tempo 50 zu erhöhen, sobald die nötige Griffigkeit der Fahrbahn gewährleistet sei.

Wurden die Schilder also einfach vergessen? Oder waren die Nachbesserungen nicht ausreichend? Die Ortsvorsteherin König wollte es wissen und fragte bei der Stadt Kassel nach. Die Auskunft: Der Verkehr soll zunächst ein halbes Jahr über den neuen Asphalt rollen, bis dessen Feinanteile am Straßenbelag abgefahren sind. Anschließend will die Stadt die Griffigkeit erneut testen. Wären dann noch Feinanteile in der Straße, würde das die Messergebnisse verfälschen, erklärt die Stadt.

Zudem spiele der besondere „Charakter“ der Loßbergstraße eine Rolle, sagt Stadtsprecher Michael Schwab.

Die Kombination aus einer (fast) 90-Grad-Kurve und der Neigung der Straße spiele eine entscheidende Rolle für die Griffigkeit.

Die Überprüfung der Griffigkeit soll im Laufe des Herbstes stattfinden. Wenn das Ergebnis dann positiv ausfalle, könnten die Tempo-30-Schilder anschließend abgebaut werden.

Die Loßbergstraße und Teichstraße waren im Juni 2012 für 5,5 Mio. Euro umfassend umgebaut worden. Damals wurde gelobt, dass alles schneller ging als gedacht und es nicht teurer wurde.

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