Halteverbot vor Grundschule Kirchditmold wird oft missachtet

Wenn Eltern es eilig haben: Elterntaxis machen Probleme vor Schule

Kurz vor acht Uhr noch schnell die Kinder abladen: Obwohl an der Mergellstraße vor der Grundschule in Kirchditmold ein absolutes Halteverbot gilt, lassen etliche Eltern ihre Kinder dort aussteigen.
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Kurz vor acht Uhr noch schnell die Kinder abladen: Obwohl an der Mergellstraße vor der Grundschule in Kirchditmold ein absolutes Halteverbot gilt, lassen etliche Eltern ihre Kinder dort aussteigen.

Solchen Szenen spielen sich kurz vor acht Uhr vor vielen Kasseler Schulen ab: An der Mergellstraße in Kirchditmold halten an diesem Morgen mehrere Autos im absoluten Halteverbot. Dabei parken sie teilweise halb auf dem Gehweg, wo gerade Schüler unterwegs sind. Kinder mit Rucksäcken springen aus den Autos und laufen zur Grundschule. Fast jeden Morgen kommt es an der Grundschule Kirchditmold wegen der Elterntaxis zu gefährlichen Situationen.

Kassel - Das wollen Ortsbeirat, Elternbeirat und Schulleitung ändern. Als Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) erfuhr, dass Verkehrschaos vor der Schule herrsche, wollte sie sich selbst ein Bild machen. Mehrfach war sie vor Ort – zuletzt auch mit der HNA. Die Erfahrung der Ortsvorsteherin: „Der Großteil der Eltern verhält sich vorbildlich. Viele kommen mit dem Rad. Einige halten aber direkt mit dem Auto vor dem Haupteingang. So kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen“, sagt König.

Das Thema ist nicht neu an der Schule. Aber mit jeder Schüler- und damit auch Elterngeneration müsse für das Problem neu sensibilisiert werden, so Elternbeirätin Vanessa Heeb. Dabei ist die Lage eigentlich klar: An der Mergellstraße gilt während der Schulzeiten auf beiden Straßenseiten vor der Schule ein absolutes Halteverbot.

Um für mehr Sicherheit zu sorgen, war Ende September das Ordnungsamt vor Ort und hat an uneinsichtige Eltern Verwarngelder verteilt. Das hat offenbar Wirkung gezeigt, zuletzt gab es deutlich weniger Elterntaxis, die bis vor die Schule rauschten. „Wir sprechen Eltern an und bitten sie, weiter weg zu parken. Einige haben gelernt, andere wollen es offenbar nicht verstehen“, sagt Elternbeirätin Dagmar Weinhold. Man werde teilweise noch beschimpft, wenn man auf die Verkehrsregeln hinweise.

Ortsvorsteherin König wünscht sich eine dauerhafte Lösung. Freundliche Hinweise und Kontrollen des Ordnungsamtes zeigten nur kurzfristige Effekte. Sie kann sich eine bauliche Lösung vorstellen, um den Durchgangsverkehr zu minimieren. Sie verweist auf das Konzept, das an der Grundschule Waldau eingeführt wurde. Dort wurden drei Elternhaltestellen in größerer Entfernung zur Schule eingerichtet. Rückenwind verspricht sich König vom jüngsten Beschluss der Stadtverordneten. Demnach soll in einem Umkreis von 500 Metern um die Kasseler Schulen die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden.

Der Gesamtelternbeirat der Schule will am 12. November über die Elterntaxis diskutieren. Der ADFC Kassel hat indes zwischen 7 und 8 Uhr mehrfach Verkehrszählungen an der Mergellstraße vorgenommen. Er stellte fest, dass mit bis zu 120 Rädern dort in der Zeit mehr Räder fahren als Autos. Dies mache eine Umgestaltung der Straße umso wichtiger. (Bastian Ludwig)

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