Geldsegen für die Eisenbahnersiedlung

Wohnungsunternehmen Vonovia investiert 22 Millionen Euro in Kassel

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Alt und neu: Im Vordergrund ist eines der Häuser zu sehen, die im kommenden Jahr modernisiert werden soll. Im Bildhintergrund ein Haus am Straßenäckerweg, das in den vergangenen Monaten saniert wurde. Außerdem wurden Balkone angebaut.

Kassel. Das Wohnungsunternehmen Vonovia will in den nächsten Jahren 22 Millionen Euro am Standort Kassel investieren. Davon profitieren sollen vor allem die 1783 Wohnungen in der Eisenbahnersiedlung in Kirchditmold.

Darunter die denkmalgeschützte Eisenbahnersiedlung in der Nähe der Drei Brücken an der Wolfhager Straße, in die auch der größte Teil der von Vonovia geplanten Investitionen fließen soll. Aktuell läuft dort bereits die Sanierung von 123 Wohnungen im Bereich von Röthe- und Straßenäckerweg.

Die Sanierung von weiteren 60 Wohnungen in der Eisenbahnersiedlung ist für 2018 geplant. Neben der Modernisierung von Fassaden, Dächern und Treppenhäusern sind auch Balkone angebaut worden. Vonovia will außerdem die Wohnstruktur in dem Quartier mit Neubauten verdichten. Auf einen Zeitplan will man sich hier noch nicht festlegen.

Derzeit beträgt der Quadratmeterpreis in der Siedlung um die sechs Euro. Nach der Modernisierung sollen pro Quadratmeter sieben bis acht Euro gezahlt werden. Leerstand gibt es derzeit keinen.

Aber auch in den Stadtteilen Mitte, Niederzwehren und Rothenditmold hat die Vonovia jeweils über 200 Wohnungen. Das Unternehmen hat hier in kleinere Projekte investiert und Wohnungen modernisiert, weitere sollen folgen. „Wir haben das Potenzial in Kassel und den großen Bedarf an bezahlbaren Wohnungen erkannt“, sagt Vonovia-Sprecherin Bettina Benner.

Ursprünglich agierte die Vonovia unter dem Namen Deutsche Annigton. Die Deutsche Annigton erwarb 2001 elf von insgesamt 18 Eisenbahnerwohnungsbaugesellschaften mit insgesamt 65.000 Wohnungen in ganz Deutschland. Vonovia ist Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen mit Sitz in Bochum, hat über 8000 Mitarbeiter und ist der größte private Vermieter in Deutschland. 

Ortsbesuch in Kirchditmold: Frische Farben, neue Dächer

Seit einigen Monaten tut sich was in der Wohnsiedlung an der Wolfhager Straße, unmittelbar hinter den Drei Brücken. Lange waren die Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen von der Bahn vernachlässigt worden. Verblasste Fassaden und alte Fenster lassen darauf schließen, dass sich hier in den vergangenen Jahren nicht viel getan hat.

2001 hatte die Deutsche Bahn den Großteil der Siedlungen für ihre Mitarbeiter an die Deutsche Annington verkauft, die jetzt Vonovia heißt, darunter auch die Siedlung in Kirchditmold.

Fatih Iseri

Bereits 2015 war mit kleineren Sanierungsarbeiten begonnen worden, die aber durch die Übernahme des Konkurrenzunternehmen Gagfah vorerst zum Erliegen kamen. Seit April läuft nun eine umfassende Sanierung von 123 Wohnungen in den Häusern Rötheweg 1 bis 14, Straßenäckerweg 14, 16 und 18 sowie Wolfhager Straße 210 bis 220. Fassaden, Dächer und Treppenhäuser werden energetisch modernisiert in enger Absprache mit der Stadt Kassel, da die Siedlung unter Denkmalschutz steht. 4,4 Millionen Euro kosten die Arbeiten, die bis Februar 2018 abgeschlossen sein sollen. „Unser Ziel ist es, dass bis Weihnachten hier keine Gerüste mehr stehen“, sagt Projektleiter Fatih Iseri.

Bei jedem Mieterwechsel werden die Wohnungen modernisiert. „Auf Wunsch von Mietern bauen wir beispielsweise neue Bäder und Küchen ein“, sagt Vonovia-Sprecherin Bettina Benner.

Neu: Für Mauersegler wurden Nistkästen angebracht.

Auch ein altersgerechter Umbau sei möglich. Mieter können sich bei den Mitarbeitern vor Ort direkt in der Siedlung über die Arbeiten informieren. Für 2018 ist dann der zweite Teil der Sanierung geplant, hier werden 63 Wohnungen für weitere 2,7 Millionen Euro saniert. Auch über Neubauten in Modulbauweise auf den relativ großen Freiflächen zwischen den Gebäuden werde nachgedacht.

Früher wohnten in der Siedlung überwiegend die Mitarbeiter des nahegelegenen Bahn-Ausbesserungswerks im Frasenweg. Mitarbeiter der Bahn haben immer noch ein Belegungsrecht für die Wohnungen. Sie werden bei der Vermietung bevorzugt. Heute ist die Mieterschaft nach Angaben von Vonovia gemischt. In den vergangenen Jahren seien auch immer mehr Studenten nach Kirchditmold gezogen, die über die Wolfhager Straße mit dem Bus zu Uni fahren.

Hier befindet sich die Eisenbahnersiedlung:

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