Vorstandswahlen der Kirche: Erstmals im Internet, erstmals ab 14 Jahren

Wollen mitbestimmen: Corinna Knauf (links) und Hannah Zeidler, beide 14, von der Kirchengemeinde Jungfernkopf nutzen ihr Wahlrecht. Das geht auch per Klick im Internet. Foto: Rudolph

Kassel. Kurz nach der Bundestags- und Landtagswahl ruft auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ihre Mitglieder an die Urne: Wahltag ist der 29. September.

Die 134 000 Wahlberechtigten in den Kirchenkreisen Kassel und Kaufungen können ihre Stimme aber auch jetzt schon abgeben: und zwar über das Internet.

Mit der neuen Möglichkeit der Online-Wahl ist die Kirche deutschlandweit Vorreiter. Auch auf politischer Ebene gab es noch keine Online-Wahl dieser Größenordnung. Im gesamten Bereich der Evangelischen Landeskirche gibt es 792 000 Wahlberechtigte, die unter 8750 Kandidaten für 500 Plätze in 800 Kirchenvorständen auswählen können.

Mit dem neuen Wahlmedium Internet wolle die Kirche auch Jüngere ansprechen, sagt Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Obrock. Es zeige sich aber, dass auch die ältere Generation die Online-Wahl annimmt. Seit gut einer Woche kann man bereits auf der Internetseite der Landeskirche (www.ekkw.de) seine Stimme abgegeben, dies haben seitdem schon mehr als 11 000 Wähler getan.

Die Landeskirche hofft, dass durch die neue, flexible Abstimmungsmöglichkeit – das Online-Wahllokal ist rund um die Uhr geöffnet – mehr Mitglieder von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Bei den Kirchenvorstandswahlen vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung landeskirchenweit bei 25 Prozent, in der Stadt Kassel allerdings nur bei 12 Prozent.

Es gibt noch eine wichtige Neuerung bei den Kirchenvorstandswahlen: Erstmals dürfen auch Jugendliche ab 14 Jahren teilnehmen. Bisher lag das aktive Wahlalter bei 16 Jahren. „Wenn man die Religionsmündigkeit ab diesem Alter ernst nimmt, muss man die Jugendlichen auch mitbestimmen lassen“, sagt Obrock.

Hannah Zeidler und Corinna Knauf, die dieses Jahr in der Kirche am Jungfernkopf konfirmiert worden sind, finden die neue Regelung gut. Die beiden 14-Jährigen wollen auf jeden Fall von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen – wahrscheinlich auch online. „Das ist praktisch: Es geht schnell, und man muss nicht extra irgendwohin gehen“, sagt Hannah.

Von Katja Rudolph

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