Kirchenbanken EKK und EDG fusionieren

Kassel. Die Mitglieder der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel (EKK) haben die größte Kirchenbank Deutschlands auf den Weg gebrach. Auf ihrer Generalversammlung am Montag lehnten nur zwei der 213 Stimmberechtigten den Zusammenschluss mit der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft (EDG) in Kiel ab.

Enthaltungen gab es nicht. Zuvor hatten die EDG-Mitglieder am Freitag in Hamburg mit großer Mehrheit für den Zusammenschluss votiert. Die neue Evangelische Bank eG mit rund 500 Mitarbeitern, die rückwirkend zum Jahresbeginn 2014 ins Leben gerufen werden soll, wird eine Bilanzsumme von 7,7 Milliarden Euro sowie ein bilanzielles Eigenkapital von 303 Millionen Euro aufweisen und gut 91 000 Kunden betreuen.

Alle 15 Standorte der beiden Genossenschaftsbanken sollen erhalten bleiben, ein Personalabbau im Zuge der Fusion ist nicht vorgesehen. Die neue Kirchenbank wird ihre Hauptstellen in Kassel und Kiel haben. Juristischer Sitz wird Kassel. Aus der Not geboren ist der Zusammenschluss nicht: Im vergangenen Jahr habe die EKK „das beste Geschäftsergebnis in der Geschichte der Bank“ erwirtschaftet, sagte EKK-Vorstandssprecher Thomas Katzenmayer auf der Generalversammlung vor mehr als 200 Anwesenden.

Das Geldhaus hatte bei einer Bilanzsumme von 4,19 Milliarden Euro einen Überschuss von 6,3 Millionen Euro erzielt. Die rund 1000 EKK-Mitglieder gönnen sich für 2013 erneut eine vierprozentige Dividende plus einem Bonus von einem Prozent. Die Kieler EDG, mit einer Bilanzsumme von 3,51 Milliarden Euro deutlich kleiner als der Kasseler Fusionspartner, verbuchte einen Überschuss von 3,6 Millionen Euro. Doch die beiden kirchlichen Geldhäuser spüren Zwänge. Denn auch in den Reihen ihrer Kunden – hauptsächlich kirchliche und diakonische Einrichtungen sowie Kirchen selbst – gibt es vermehrt Zusammenschlüsse. Mit der Größe ihrer Kunden wachsen auch deren Ansprüche und ihr Kreditbedarf.

„Das erfordert eine leistungsfähige Bank“, sagt Katzenmayer, der auch Chef der neuen Evangelischen Bank werden soll. Auch der harte Wettbewerb und die niedrigen Zinsen machen EKK und EDG zu schaffen. Hinzu kommen sich verschärfende gesetzliche Auflagen und härtere Eigenkapitalvorgaben Bundesweite Präsenz, Synergieeffekte und eine Stärkung des Eigenkapitals versprechen sich EKK und EDG von ihrem Zusammenschluss. Geschäftsguthaben in Höhe von 76,2 Millionen Euro bringt die Evangelische Darlehnsgenossenschaft in die Fusion mit. Dafür erhält sie Anteile in gleicher Höhe, die wiederum dividendenberechtigt sind. (wll)

Rubriklistenbild: © dpa

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