Wie lange geschlossen ist, ist unklar

Kita-Streik in Kassel: Notdienste werden eingerichtet

Ihre Betreuung wird einigen Eltern in nächster Zeit Probleme bereiten: Ab Freitag werden auch viele der insgesamt 33 städtischen Kindergärten in Kassel bestreikt. Die Dauer des unbefristeten Arbeitskampfes ist völlig ungewiss. Archivfoto: dpa

Kassel. Auf ungewisse Zeit geschlossene Kitas oder lediglich Notdienste anbietende Kindergärten: Darauf müssen sich ab Freitag Eltern in Kassel und im Landkreis einstellen.

Mehr als 93 Prozent der Mitglieder haben sich bei der Urabstimmung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und des Beamtenbundes dbb für einen unbefristeten Streik ausgesprochen.

Der Arbeitskampf für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst wird bundesweit geführt. Der Auftakt im Land Hessen wird in Nordhessen sein, kündigte Verdi an.

Ab diesen Freitag werden die Kita-Beschäftigten in Kassel zum unbefristeten Streik aufgerufen. „Dieser Streik führt im Bereich der Stadt Kassel dazu, dass eine Reihe von Kindertagesstätten geschlossen bleiben müssen“, teilte am Mittwoch Pressesprecher Ingo Happel-Emrich mit. Welche Kindergärten im Einzelnen betroffen sind, könne die Stadt nicht sagen. Es werde keine Liste der bestreikten Einrichtungen geben, weil sich dies im Laufe des Arbeitskampfes noch ändern könne, sagte Happel-Emrich.

Nur nach Voranmeldung

Die Eltern der Kinder, die eine städtische Kindertagesstätte beziehungsweise einen Hort besuchen, seien über die Schließung und über eventuelle Notdienste bereits informiert worden. „Angeboten werden Notdienste für Berufstätige im Rahmen der Personalkapazitäten und ausschließlich nach Voranmeldung“, kündigte Happel-Emrich an. Ansprechpartner seien die Kitas direkt und Eberhard Meyer (Jugendamt) unter Rufnummer 0561 / 787-5018.

Verdi geht davon aus, dass die Kita-Schließungen und Notdienst-Regelungen in Kassel mit denen des vorangegangenen Warnstreiks vergleichbar sein werden. Wie berichtet, waren am 19. März 20 Kitas und Hort-Grundschulen in der Stadt geschlossen. 14 Einrichtungen boten damals einen Notdienst an.

Allerdings verschärft sich diesmal das Betreuungsproblem für die Eltern der Kita-Kinder. Denn anders als bei dem eintägigen Warnstreik im März ist die Dauer des am Freitag beginnenden Ausstandes ungewiss. Nach dem Auftakt in Kassel und Nordhessen soll der Arbeitskampf am Montag, 11. Mai, im restlichen Hessen starten. Zum unbefristeten Streik aufgerufen sind:

• Erzieher in Kindergärten, Horten und an offenen Ganztagsschulen,

• Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in Jugendzentren, in der Schulsozialarbeit und im allgemeinen Sozialdienst

• Erzieher und Heilpädagogen in Heimen für Kinder und Jugendliche

• Beschäftigte in Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Im Schnitt zehn Prozent mehr

Verdi fordert für die Sozial- und Erziehungsberufe neue Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale. Dies würde nach Berechnungen für die rund 240.000 Beschäftigten zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen.

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