Dieses Jahr schon 19 Fälle

Kitas sind immer öfter Ziel von Einbrechern - Täter oft drogensüchtig

Kassel. Die Zahl der Einbrüche in Kindergärten ist seit Jahresbeginn stark gestiegen: In der Stadt Kassel drang im Schnitt alle zehn Tage ein Täter in eine Kita ein. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Verdopplung der Fallzahlen.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich häufig um Beschaffungskriminalität.

Der jüngste Fall passierte in der Nacht zu Freitag in der Kita Forstbachweg. Dabei wurde der Täter von einer Erzieherin ertappt, die mit 21 Kindern in der Kita übernachtete. Er ergriff ohne Beute die Flucht.

Dieses Jahr wurden in Kassel bislang 19 Kita-Einbrüche registriert. Das sind bereits mehr Fälle als zuletzt im gesamten Jahr (2013: 17 Fälle, 2012: 18). Auch im Landkreis haben sich die Fallzahlen seit Jahresbeginn verdoppelt. Dort gab es 2014 schon zehn Taten.

Zwar verzeichne man seit Jahresbeginn auch insgesamt mehr Einbrüche, sagte Polizeisprecher Torsten Werner auf Anfrage der HNA. Allerdings sei der generelle Anstieg bei Weitem nicht so stark wie bei den Kita-Einbrüchen. Genaue Zahlen durfte der Polizeisprecher hier nicht nennen.

Die Täter brechen meist nachts oder am Wochenende in die Kitas ein - um sicherzugehen, dass sie niemanden antreffen. In der Regel haben sie leichtes Spiel, da Kindertagesstätten meist über keine hochwertige Sicherung oder Überwachung verfügen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich meist um Drogenabhängige handelt, die mit der Beute ihre Sucht finanzieren wollen. „Die organisierte Kriminalität hätte kein Interesse an Kitas, weil dort in der Regel nicht viel zu holen ist“, sagt Werner.

Meist finden die Täter geringe Geldbeträge (Kaffee- oder Frühstückskassen) und Digitalkameras, Laptops oder andere kleinere Geräte. Vor zehn Tagen wurde in einer Kita an der Goethestraße allerdings Bargeld in Höhe von 1400 Euro gestohlen. Die Polizei rät den Kitas, über Nacht keine größeren Geldbeträge oder Wertsachen in den Räumlichkeiten liegen zu lassen.

Von Katja Rudolph

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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