Vorwurf der brutalen Gewalt

Angebliche Linksextremistin Lina E. aus Kassel: Generalbundesanwalt erhebt Anklage

In Untersuchungshaft: Lina E. (26) wurde Anfang November von Elitepolizisten nach Karlsruhe gebracht. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen sie wegen schwerer Gewaltdelikte. Archiv
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In Untersuchungshaft: Lina E. (26) wurde Anfang November von Elitepolizisten nach Karlsruhe gebracht. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen sie wegen schwerer Gewaltdelikte.

Die aus Kassel stammende Lina E. soll Kopf einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung sein. Nun hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen die 27-Jährige erhoben.

Dresden/Kassel – Fast acht Monate nach der Verhaftung von Lina E. hat der Generalbundesanwalt am Oberlandesgericht Dresden Anklage gegen die aus Kassel stammende Studentin erhoben, die Anführerin einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung sein soll. Der 27-Jährigen und vier weiteren Beschuldigten werden unter anderem fünf gewaltsame Angriffe auf mutmaßliche Rechtsextremisten vorgeworfen.

An ihrem Studienort Leipzig soll sich Lina E. im August 2018 der überregional vernetzten Gruppe angeschlossen haben, deren Mitglieder eine „militante linksextremistische Ideologie“ teilen würden. Dort habe sie eine herausgehoben Stellung gehabt. Beispielsweise habe sie bei Übergriffen das Kommando übernommen. Der ungewöhnliche Fall machte in den vergangenen Monaten immer wieder Schlagzeilen.

Der angebliche Linksextremistin Lina E. werden folgende Straftaten vorgeworfen:

Im Oktober 2018 sollen fünf Mitglieder der Gruppe einen mutmaßlichen Rechtsextremisten in Wurzen überfallen haben. Der Mann hatte „potenziell lebensgefährliche Verletzungen“ erlitten. Als Lina E. im Januar 2019 mit vier weiteren Angreifern einen angeblich ebenfalls zur rechten Szene gehörenden Mann in Leipzig-Connewitz attackiert habe, soll sie andere mit einem Reizstoffsprühgerät davon abgehalten haben, dem Opfer zu helfen.

Im Oktober 2019 soll sie dabei gewesen sein, als die Gruppe den Inhaber und fünf Besucher einer Gaststätte in Eisenach angriffen, die als Neonazi-Treffpunkt gilt. Im Dezember 2019 sei es zu einem weiteren Angriff auf den Inhaber der Eisenacher Gaststätte gekommen. Zur Vorbereitung soll Lina E. zuvor in einem Leipziger Baumarkt zwei Hämmer geklaut haben.

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Angebliche Linksextremistin Lina E.: Anwälte wollen sich zu den Vorwürfen äußern

Die Anwälte von Lina E. wollen sich nächste Woche zu den Vorwürfen äußern. Björn Elberling sagte der HNA gestern lediglich: „Aus unserer Sicht sind erhebliche Teile der Anklage nicht nachzuweisen.“ Während die drei weiteren Beschuldigten auf freiem Fuß sind, sitzt Lina E. nach wie vor in Chemnitz in Untersuchungshaft. Ihre Anwälte fordern eine Aufhebung des Haftbefehls.

Nach ihrer Verhaftung hatte es im linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz Krawalle gegeben. Bei Twitter kursiert nach wie vor der Hashtag #Freelina. Ihre Unterstützer werfen den Behörden vor, an der Frau ein Exempel statuieren zu wollen. Nach Informationen unserer Zeitung könnte es im Spätsommer zum Prozess in Dresden kommen. (Matthias Lohr)

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