Schluss mit Abwässern in der Fulda: Ausflugsdampfer haben Kanalanschluss

Klar Schiff für die Fulle

Saubere Sache: Wilfried Lipphardt von der Personenschifffahrt Söllner schließt den Schlauch an den Kanalstutzen auf der Kaimauer an der Schlagd an. So wird der Ausflugsdampfer „Hessen“ seine Abwässer künftig entsorgen. Fotos: Janz

Kassel. Das Schiffen in die Fulle beim Schippern auf der Fulle ist passé. Vor Beginn der Saison am 1. Mai sind die Ausflugsdampfer mit eigenen Kanalanschlüssen versehen worden. Alle Abwässer, die in Zukunft an Bord der „Hessen“ und der „Europa“ anfallen, werden künftig in das Kasseler Kanalnetz eingeleitet.

Die beiden Schifffahrtsunternehmen, die in Kassel anlegen, mussten dafür aufrüsten. Vor allem die Personenschifffahrt Söllner hat investiert. Ihr Dampfer „Hessen“ musste mit Tank und Pumpe ausgestattet werden. Allein das hat über 20 000 Euro gekostet. Der etwa drei Meter lange Anschluss an den Kanal schlug noch einmal mit 4000 Euro zu Buche, sagt Karola Söllner.

Ihr zweites Schiff, die „Stadt Kassel“, liegt zwar noch an der Schlagd, soll aber nach der documenta möglichst bald verkauft werden. Bis dahin wird es von der Universität für Seminare und Ausstellungen genutzt. Abwässer dürfen dort aber nicht mehr produziert werden.

Vorbereitung schon beim Bau

Günstiger war die Angelegenheit für die Rehbein-Linie. Deren Schiff „Europa“ wurde bereits beim Bau 1995 entsprechend ausgerüstet. Und weil der öffentliche Kanal direkt unter dem Rehbein-Keller am Hafen verläuft, war der Anschluss mit etwa 1000 Euro ebenfalls günstiger.

„Wir wollten große Summen vermeiden“, sagt Jens Rehbein und spielt auf die unklare Zukunft der Stadtschleuse an. Wird das sanierungsbedürftige Bauwerk tatsächlich 2016 zugeschüttet, wäre das das Ende der Personenschifffahrt auf diesem Fuldaabschnitt. „Warum investieren, wenn die Zukunft nicht klar ist?“, fragt sich Rehbein.

Sorgen um die Zukunft

Auch Karola Söllner macht sich Gedanken. „Wir haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben“, sagt sie. Der neue Kanalanschluss und die Aufrüstung der „Hessen“ sieht sie als Investition. Eine Alternative habe sie aber aufgrund der neuen rechtlichen Lage nicht gehabt.

Otto Wilhelm Vicum, der beim Regierungspräsidium Kassel für Abwasser und Gewässergüte zuständig ist, freut sich, dass die neuen Vorgaben ohne jeden Zwang umgesetzt wurden. Vor allem Kasselwasser als Entsorgungsbetrieb habe geholfen, die Kosten für Söllner und Rehbein so gering wie möglich zu halten. Das erkennen auch die beiden Unternehmen an: „Das hat alles super geklappt“, sagt Karola Söllner.

„Wir wollten die Personenschifffahrt auf der Fulda unterstützen“, erklärt Ingenieur Tobias Rottmann von Kasselwasser. Deshalb habe sein Unternehmen bei der Planung des Anschlusses geholfen. Weil der Kanal nur wenige Meter hinter der Kaimauer verläuft, mussten keine langen Anschlussleitungen verlegt werden. Söllner und Rehbein wissen aber von Kollegen auf anderen Flüssen, deren Abwasserleitung deutlich länger ist – und damit auch deutlich teurer.

Von Marcus Janz

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