Viele moderne Berufsbezeichnungen schrecken Bewerber eher ab

Klassische Berufe sind beliebt - Moderne Berufsbezeichnungen schrecken Bewerber eher ab

Friseure bei der Ausbildung: Viele Jugendliche wählen Berufe, von denen sie klare Vorstellungen haben. Foto: dpa

Kassel. „Überspitzt gesagt: Alle Jungen wollen Kfz-Mechaniker werden und alle Mädchen Friseurin“, sagt Barbara Scholz, Sprecherin der Handwerkskammer.

Sie beschreibt damit ein Problem, mit dem Betriebe in der Region Kassel zunehmend zu tun haben: Bewerber und Ausbildungsplätze passen immer öfter nicht zusammen. Das liegt auch an den Vorstellungen der Jugendlichen: Denn es gibt laut der Agentur für Arbeit mittlerweile fast 400 gesetzliche Ausbildungsberufe in Deutschland. Doch die Liste der zehn beliebtesten Ausbildungsberufe habe sich kaum gewandelt.

Viele Jugendliche wollen Kaufleute im Einzelhandel, Kraftfahrzeugmechatroniker für Personenkraftwagentechnik, Verkäufer, medizinischer Fachangestellter oder Friseur werden.

Moderne Lehrstellen sind dagegen den Jugendlichen nicht geläufig und kaum gefragt: Als Beispiel nennt die Arbeitsagentur den Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie, Fachrichtung Asphalttechnik. Er stellt Asphalt her, baut diesen ein und bedient Abbau- und Förderanlagen bei der Gewinnung von Rohstoffen.

Wettbewerb wird härter

Andere Ausbildungsberufe sind dagegen zwar bekannt, schrecken Bewerber aber trotzdem ab: Bäcker und Fleischer beispielsweise würden nicht als attraktiv gelten, erklärt Barbara Scholz. Das Handwerk versuche daher mit Kampagnen wie „Das Handwerk – Die Wirtschaftsmacht von nebenan“ sein Image zu verbessern.

Der Wettbewerb um qualifizierte Lehrlinge wird laut der Handwerkskammer künftig noch härter werden: „Die Betriebe werden sich verstärkt bemühen müssen“, sagt Scholz. (gör)

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