Greenpeace-Aktivisten haben in Kasseler Supermärkten gegen Babynahrung protestiert

Kleben gegen Gen-Futter

Hände weg: Eine Aktivistin kennzeichnet in einem Kasseler Supermarkt betroffene Produkte.

Kassel. „Das ist eine gute Aktion“, ruft Sebastian Kehler den sieben Jugendlichen in ihren blauen Jacken hinterher. Sebastian Kehler ist Familienvater aus Ihringshausen und wurde gerade von den Jugendlichen in Blau - Aktivisten der Kasseler Greenpeace-Gruppe - in der Kasseler Innenstadt über mögliche Gefahren von genmanipuliertem Kuhfutter informiert.

Denn mit diesem Futter werden die Kühe gefüttert, die die Milch für Babymilchpulver der Hersteller Nestlé und Milupa geben - und das stinkt Greenpeace gewaltig.

Um den Verkauf dieser Produkte zu stoppen, haben am Samstag Aktivisten des Umweltschutzverbandes bundesweit in Supermärkten gegen Nestlé und Milupa protestiert und die betroffenen Produkten mit großen roten Aufklebern beklebt. Auch in Kassel zog Greenpeace durch ausgewählte Märkte in der Innenstadt: „Die Aktion richtet sich nicht gegen die Märkte, die die Produkte im Sortiment haben.

Sondern allein gegen die Hersteller“, sagt Aktivistin Hanna Schöfthaler im Vorfeld des Protestzuges - man wolle aber erreichen, dass die Supermarktketten die Hersteller dazu bewegen, genfreies Futter zu verwenden. „Das Problem ist, dass nur das Futter - aber nicht das Produkt - genmanipuliert ist und das Produkt deswegen nicht entsprechend gekennzeichnet werden muss“, erklärt Schöfthaler. „Und das darf nicht sein!“

Das sieht auch Sebastian Kehler so, der von dem Protest begeistert ist: „Ich weiß jedenfalls, dass ich demnächst genauer hinschauen werde, welche Produkte ich kaufe.“

In den Märkten, die von der Aktion der Umweltschützer überrascht wurden, zeigte man sich ebenfalls verständnisvoll: „Wir sind natürlich auch darauf bedacht, einwandfreie Produkte im Sortiment zu haben“, lautete der Tenor der Marktleiter.

Bundesweit war Greenpeace am vergangenen Samstag in über 100 Supermärkten und Drogeriegeschäften unterwegs.

Von Christoph Steinbach

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