Jetzt stecken Großfilialisten in Schwierigkeiten

Neuer Trend: Kleine Buchläden machen gute Umsätze

Kassel. Kleine Buchläden gedeihen zurzeit gut, während große Buchhandelsketten mit Umsatzrückgängen kämpfen. „Das Geschäft läuft ausgezeichnet“, sagt Sami El-Schechli, Inhaber der Kasseler Buchhandlung Hühn.

El-Schechli, der sich auf Reiseliteratur und Landkarten spezialisiert hat, bestätigt damit einen überraschenden Trend: Viele kleine Buchläden in und um Kassel erleben eine positive Umsatzentwicklung.

Das ist bundesweit zu beobachten: In einer Umfrage des Fachblattes Buchreport haben 50 Prozent der kleinen Buchhändler eine bessere, 15 Prozent sogar eine deutlich bessere Umsatzentwicklung festgestellt als in den zurückliegenden Jahren.

Dagegen haben große Filialisten „extreme Schwierigkeiten“, sagt Heinrich Riedmüller vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Generell sei die Branche durch die Konkurrenz durch Online-Vertriebe und E-Books unter Druck. „Jährlich verliert der Buchhandel hundert Betriebe.“

„Konkurrenz durch Thalia & Co. - Sterben die kleinen Buchläden aus?“, überschrieb Spiegel online vor fünf Jahren einen Artikel über die Expansion der Großfilialisten. Davon ist heute keine Rede mehr. „Weniger die kleinen als vielmehr die mittelgroßen Buchhandlungen in Innenstadtlage wie Vaternahm und Lometsch sind in Kassel der Konkurrenz zum Opfer gefallen“, sagt Michael Fecke, ehemals Vaternahm, heute Thalia-Filialleiter.

Inzwischen ist die Bewegung rückläufig: In Kassel hat Hugendubel im City-Point geschlossen. Auch der zweite Buchriese in Kassel, Thalia, steckt in Schwierigkeiten. Flächen sollen verkleinert und das Geschäft stärker auf den digitalen Buchmarkt ausgerichtet werden, sagt Fecke. Ende 2011 hatte Thalia seine vier Jahre zuvor eröffneten 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche an der Oberen Königsstraße verkleinert und 500 Quadratmeter untervermietet. ZUM TAGE, DRITTE SEITE

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