Nassauische Heimstätten/Wohnstadt: „haushaltsnahe Dienstleistungen“

Kleine Hilfen für Mieter sind gratis

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Stehen zur Hilfe bereit: Das WST-Team (hinten von links): Aman Welday-Anday, Katharina Kremer, Dagmar Lorenz, Eugenia Kozlova, Geraldine-Marie Hajek und Anja Klamann (rechts unten).

Kassel. Hilfe im Alltag von Mietern, die so lange wie möglich in der eigenen Wohnung wohnen möchten – das bietet die Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätten/Wohnstadt seit einem Jahr auch ihren Mietern in 6000 Haushalten in und um Kassel.

Ein so genanntes Wohn-Service-Team (WST) sorgt für „haushaltsnahe Dienstleistungen“. Darunter sind Tätigkeiten vom Wechseln der Glühbirne bis Begleitung beim Einkaufen zu verstehen.

Kooperationspartner der Wohnungsgesellschaft ist die Dienste im Quartier (DiQ) GmbH aus Offenbach. Sie stellt das Personal und kümmert sich um das operative Geschäft. In Kassel stehen neun Mitarbeiter zur Verfügung.

Vor zehn Jahren war die Wohnungsgesellschaft mit WST in Südhessen gestartet. Jetzt wurde im Rahmen einer kleinen Feier auf ein Jahr Erfahrungen in Kassel, Vellmar, Lohfelden und Baunatal geblickt. „Die Mieter nehmen das toll an“, sagte Regionalcenterleiter Jürgen Bluhm vor den Gästen, darunter viele Vertreter sozialer Institutionen. Er rechne damit, dass die 70 Aufträge, die jetzt im Monat eingingen, noch in diesem Jahr die 100 erreichen.

Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, sagt: „In einigen Quartieren sind mehr als 30 Prozent unserer Mieter über 65 Jahre alt, viele leben allein. Deshalb müssen wir außer baulichen Anpassungen auch Angebote entwickeln, die das selbstbestimmte Wohnen im Alter ermöglichen.“

Mieter der Nassauische Heimstätten/Wohnstadt können die Dienstleistung zum Preis von fünf Euro je halbe Stunde in Anspruch nehmen. Dazu zählen unter anderem Wäschewaschen und Bügeln, Einkaufen, Kleintransporte sowie das Wohnungshüten bei Urlaub oder Krankheit. Kostenlos für ältere oder behinderte Mieter sind unter anderem Begleitgänge zum Arzt oder zur Apotheke, Besorgungen im Haushalt und Botengänge. Auch Hilfe beim Umzug oder der Ab- und Aufbau von Kleinmöbeln sind gratis, sofern sich die Arbeit in weniger als einer halben Stunde erledigen lässt. Die Unternehmensgruppe lässt sich den Service für ihre nordhessischen Mieter einen Zuschuss von 30 000 Euro/Jahr kosten.

„Es sind vor allem ältere Mieter, die das kostengünstige Angebot zu schätzen wissen, weil ihnen viele Dinge des Alltags zunehmend schwerer fallen. Die Akzeptanz unter den Mietern war von Beginn an sehr positiv“, so Jürgen Bluhm, Leiter des Nordhessischen Regionalcenters der Unternehmensgruppe. Über einen Gutschein können Mieter den Service testen. Die Mitarbeiter werden gründlich geschult, bevorzugt werden Frauen und Männer eingestellt, die in den Einsatzgebieten wohnen, möglichst sogar Mieter sind, erklärt DiQ-Geschäftsführer Jürgen Schomburg.

Die Mitarbeiter müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. In einheitlicher Bekleidung seien sie im Quartier ansprechbar. Demnächst soll das Angebot unter anderem für Mieter in Kaufungen erweitert werden.

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