Mensa am Science Park

Die Kleine Kantine: Geheimtipp auf dem Uni-Campus

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Traditionell und regional: Neben frischen Blattsalaten, die Nils Schellenberg hier vorbereitet und Flammkuchen, kann man in der Kleinen Kantine täglich zwei verschiedenen Gerichten wählen. 

Kassel. Vom Zeitmagazin empfohlen: Die "Kleine Kantine" im Science Park auf dem Uni-Campus in der Kasseler Nordstadt mischt Trend und Tradition.

Nils Schellenberg hat eigentlich einen Uni-Abschluss in Landschaftsarchitektur. Nach drei Jahren im Beruf hat er sich entschieden, etwas anderes zu machen. Bis dahin war Kochen für Schellenberg ein Hobby, eine ganz besondere Leidenschaft. „Ich habe öfter für Freunde gekocht, und das ist immer gut angekommen“, erzählt der 33-jährige Kasseler, der gebürtig aus Kaufungen stammt. Eine Kochausbildung hat er nie gemacht. Man brauche ein gewisses Talent, aber der Rest sei viel Übung, Kreativität und Ausprobieren.

Als sich die Möglichkeit bot, einen Stand in der Markthalle zu übernehmen, hat Schellenberg nicht lange gezögert, das war im Sommer 2016. Mitte 2017 übernahm er dann die „Kleine Kantine“ auf dem Unigelände. Im Gegensatz zur Zentralmensa geht es im hinteren Teil des Campus, deutlich entspannter zu. An einem normalen Mittag gehen dort bis zu 100 Essen über die Theke. Am Schnitzel-Mittwoch allerdings, sei immer besonders viel los, da seien es deutlich mehr, erzählt Schellenberg. Von außen ist die Kleine Kantine nicht ganz leicht zu erkennen, das macht sie aber bislang noch zu einem Geheimtipp.

Was in der Markthalle größtenteils ein Ein-Mann-Betrieb war, ist mittlerweile auf ein mehrköpfiges Team angewachsen. Neben einem festangestellten Koch, beschäftigt Schellenberg sechs Aushilfskräfte. So wirklich könne man die Kleine Kantine aber auch nicht mit der Markthalle vergleichen, sagt Schellenberg. „Hier bin ich viel mehr Manager.“ Natürlich steht er auch in der Küche und die Rezepte sind aus seinen Ideen entstanden, aber auf der anderen Seite muss er sich auch um die Bestellung der Waren und die Buchhaltung kümmern. Schwer fällt ihm das nicht, denn vor dem Studium, hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation gemacht.

Die Markthalle sei für ihn ein tolles Sprungbrett gewesen, sagt Schellenberg. Er schätze die Atmosphäre und gehe oft dort hin. Für ihn als Gastronom sei das Besondere gewesen, dass die Besucher der Markthalle einfach Lust hätten, auch mal etwas Außergewöhnliches zu probieren. Das vermisst er jetzt manchmal. Bereut hat er den Schritt in die Kleine Kantine zu wechseln, aber nicht. Das sei ein Geschenk gewesen und ein bisschen wie nach Hause kommen, denn Schellenberg hat als Student selbst viele Stunden im benachbarten Seminargebäude gesessen.

In seinem Job ist kein Tag wie der andere: „Als es Anfragen gab, ob wir ein Gänseessen anbieten, habe ich zugesagt, auch wenn ich vorher da noch nicht so viel Erfahrung hatte“, sagt Schellenberg. Es sei toll, ständig Neues ausprobieren zu können, und vor allem unmittelbar zu sehen, dass es den Gästen schmeckt. Besonders beliebt sind seine Curry-Varianten oder die Gemüse-Quiche. Täglich wird experimentiert zwischen Traditionellem, oft aus Nordhessen, und trendigen Gerichten. So gibt es sowohl das Hessische Schmandschnitzel, als auch Overnight Oats (Müsli, das über Nacht in einem Glas mit Milch und Früchten eingeweicht wird). Das teuerste Gericht liegt bei sechs Euro und ist damit teurer als viele Essen in der Mensa. Aber Schellenberg hat sich bewusst dafür entschieden, Gerichte anzubieten, die über dem Großküchen-Niveau liegen. So gibt es auch mal Saltimbocca (gebratenes Kalbsschnitzel).

Zu den Favoriten zählt auch das Rote Bete Carpaccio (siehe Rezept). Neben dem Mittagstisch bietet die Kleine Kantine Catering an. Geöffnet ist von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr, und das nicht nur für die Uni-Mitarbeiter.
Hier geht's zur Facebook-Seite der Kleinen Kantine

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