Tee-Getränk seit August auch in Kassel

Kleine Perlen, großer Trend: „Bubble Tea“ erobert deutsche Städte

Kassel. Kaviar. Die schwarzen Perlen erinnern auf den ersten Blick an zu groß geratene Fischeier. Geschmacklich haben die weingummiartigen Tapioka-Kugeln aber zum Glück nichts mit Stör-Rogen gemein. Sie sind süßer Bestandteil eines neuen Trendgetränks in Deutschland: Bubble Tea, also Perlen-Tee.

Wie Pilze sprießen die Tee-Läden derzeit in allen größeren deutschen Städten aus dem Boden, seit Mitte August gibt es auch in Kassel einen.

Ursprünglich stammt das Getränk aus Taiwan. Anfang der 1980er-Jahre wurde der Bubble Tea dort in einem Teehaus erfunden – in welchem genau, darüber streiten zwei Familien bis heute. Mittlerweile wird das perlenhaltige Getränk in Asien an jeder Straßenecke verkauft. Von dort wanderte es in amerikanische China-Towns und breitete sich dann über die gesamten USA und Kanada aus. Jetzt ist es auch bei uns angekommen.

Dicker Strohhalm

Aber was steckt drin in dem Perlentee? Der traditionelle Bubble Tea wird aus frischem schwarzen oder grünen Tee, Milch, Eis und Tapioka-Kugeln gemischt. Die leicht glibberigen, calcium- und eisenhaltigen Stärke-Perlen versüßen das Getränk und werden mit einem dicken Strohhalm aufgesogen.

Mittlerweile gibt es den Bubble Tea, der ab etwa drei Euro zu haben ist, in vielen Varianten. Er wird wahlweise mit Joghurt oder Fruchtsäften gemischt, die Perlen können gegen bunte Geleestücke oder „Popping Bobas“ ausgetauscht werden. Optisch ähneln diese Perlen den Tapioka-Kugeln. Allerdings werden sie von einer festen Hülle umschlossen, die zerplatzt, wenn man daraufbeißt. Gefüllt sie sind mit verdicktem Fruchtsaft. Bubble Tea heißt das Getränk übrigens nicht wegen der kleinen Kugeln, sondern wegen des feinen Schaums, der sich nach dem Schütteln aller Zutaten an der Oberfläche bildet.

Junge Konsumenten

Das mal eher süße, mal mehr erfrischende Getränk scheint auch in Kassel gut anzukommen. „Ich war gestern das erste Mal hier und bin heute gleich wiedergekommen“, sagt die Kasselerin Julia Schellhase. In der neuen „BoBo-Q“-Filiale am Stern hat sie einen grünen Tee mit Passionsfrucht und Lychee-Kugeln probiert: „Lecker.“ Vor allem junge Menschen scheint es derzeit in die neuartigen Tee-Läden zu ziehen. „Die Gelee-Stücke schmecken wie Gummibärchen“, urteilt der 16-jährige Robin Franzen aus Kassel, der mit mehreren Freunden zum Tee-Test gekommen ist.

Den Trend zum Tee in verschiedensten Zusammensetzungen verzeichnet der Deutsche Teeverband aus Hamburg bereits seit mehreren Jahren. Er gehe vor allem mit dem anhaltenden Wellness-Trend und der damit verbundenen bewussteren Lebensweise der Menschen einher. Nach Wasser ist Tee das weltweit am meisten konsumierte Getränk. 4,1 Millionen Tonnen wurden 2010 produziert. Fast 26 Liter schwarzen oder grünen Tee trank jeder Deutsche im vergangenen Jahr. Weltweite Spitzenreiter sind die Ostfriesen mit 300 Litern pro Kopf und Jahr.

Von Alexandra Müller

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