Eon hält die Preise vorerst stabil

Strompreise steigen: Städtische Werke geben höhere Abgaben an Kunden weiter

Kassel. Wer seinen Strom von den Städtischen Werken Kassel bezieht, muss ab 1. März tiefer in die Tasche greifen. Der Stromversorger gebe damit steigende Kosten an die Kunden weiter, lautet die Begründung. Eon-Mitte hingegen, Stromversorger für den Altkreis Kassel, will seine Preise nicht verändern.

Der Preis für die Kilowattstunde steigt bei den Städtischen Werken je nach Tarif um 2,7 bis 3,6 Prozent.

Eine vierköpfige Familie muss im Spartarif „KS – einfach günstig“ 27 Euro im Jahr mehr zahlen. Für einen Single-Haushalt beträgt die Steigerung im Basistarif „KS – einfach gut“ knapp 13,50 Euro. Ab einem Jahresverbrauch von 833 Kilowattstunden lohnt sich allerdings bereits der Wechsel in den Spartarif.

„Die Preiserhöhung ist unvermeidbar“, sagt Werke-Vorstand Stefan Welsch. Staatliche Abgaben, Umlagen und Steuern hätten für den Stromversorger ebenso angezogen wie der Beschaffungspreis für Strom. Die Preiserhöhung im Spartarif von 0,5 Cent je Kilowattstunde setze sich ausschließlich aus externen Faktoren zusammen.

Strom erst 2013 billiger

Lesen sie auch:

- Städtische Werke: Strom wird ab 1. März teurer

So ist die Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien um 0,062 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Die höheren Beschaffungspreise schlagen mit 0,179 Cent zu Buche. Dass langfristig bestellter Grundlaststrom an der Leipziger Strombörse inzwischen wieder so billig ist wie vor der Atomkatastrophe von Fukushima, werde sich aber frühestens 2013 auf die Endkunden auswirken, erklärt Pressesprecher Ingo Pijanka. Sollten die übrigen Abgaben dann aber erneut steigen, könnte das eine mögliche Preissenkung wieder auffressen: „Wir können nur ein Drittel des Strompreises durch den Einkauf beeinflussen“, sagt Pijanka.

Fast ein Drittel der Preiserhöhung führen die Städtischen Werke auf eine Neuregelung für die Industrie zurück. Großabnehmer können sich seit Jahresbeginn vollständig vom Netzentgelt befreien lassen. Die Städtischen Werke hätten zwar keinen Großkunden, der alle Bedingungen für den Nachlass erfüllt, sagt Pijanka. Aber der Ausfall bei den Netzentgelten werde ohnehin auf alle übrigen Abnehmer in Deutschland umgelegt. So muss der durchschnittliche Kasseler Haushalt (Jahresverbrauch 2200 Kilowattstunden) wegen des Industrierabatts 3,32 Euro im Jahr mehr zahlen. Der normale Gewerbekunde (6000 Kilowattstunden jährlich) muss über neun Euro für den Rabatt an die Großindustrie zahlen.

Doch nicht alle Stromversorger geben die äußeren Faktoren an die Endkunden weiter. „Wir planen derzeit keine Anpassung – weder bei Strom noch bei Gas“, sagt Vertriebssprecher René Schneider von Eon-Mitte. Bis zum Frühjahr blieben die Preise konstant. Der Energiekonzern werde den Markt beobachten, um womöglich später im Jahr seine Preise zu erhöhen.

Von Marcus Janz

Hintergrund: Werke raten zum Wechsel des Tarifs

Um Geld zu sparen, raten die Städtischen Werke, den Tarif zu wechseln. Im Basistarif "KS einfach gut" kostet die Kilowattstunde ab 1. März 24,16 Cent, im Spartarif "KS einfach günstig" 22,73 Cent. Dafür beträgt der Grundpreis 94,01 statt 82,11 Euro jährlich. Der Spartarif´ hat zudem eine einjährige Laufzeit. Wer seinen Tarif im Internet wechselt, kann zehn Euro Bonus einstreichen. Wegen der Preiserhöhung haben alle Kunden nun ein Sonderkündigungsrecht und können sich auch einen anderen Stromversorger suchen. (mcj)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.