Projekt will mit ausrangierten Automaten Vereinen helfen

Ein Zigarettenautomat mal anders: Oliver Emde und Maria Grüning zeigen den umgebauten Automaten, in dem sich kleine Schachteln befinden. Diese werden bald in Kasseler Lokalitäten zu finden sein. Über den QR-Code erhält man Informationen über das jeweilige Projekt. Fotos: Kleinhans

Kassel. Münzen einwerfen, Dankeschön erhalten, ein soziales Projekt unterstützen – dieses kreative Konzept haben die Studentin Maria Grüning und der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Emde entwickelt. Dafür haben sie ausrangierte Kaugummi- und Zigarettenautomaten umgebaut, in die man ein oder vier Euro einwerfen kann.

Als Dankeschön erhält man ein sogenanntes Gadget (Schnickschnack). Das kann beispielsweise ein Button sein. Auf einer Art Beipackzettel wird die unterstützte Initiative vorgestellt.

„Dass mit dem Kleingeld keine ganzen Vereine gefördert werden können, ist uns bewusst. Aber die Automaten machen auf regionale Projekte aufmerksam, und man bekommt einen Anreiz, mehr zu spenden“, sagt Emde. Die Idee für das „Local Crowdfunding“-Projekt sei entstanden, da Kommunen oftmals das Geld für kulturelle und soziale Initiativen kürzten.

Crowdfunding ist ein Trend, der von Amerika nach Deutschland kam. Dabei handelt es sich um eine Schwarmfinanzierung, bei der sich eine Vielzahl von Unterstützern im Internet an kleinen Projekten beteiligt, um diese zu finanzieren. „Wir haben dieses Prinzip in die Realität geholt. Der Vorteil ist, dass man vor Ort sehen kann, wie sich die Projekte entwickeln“, sagt die 27-jährige Grüning.

Seit einiger Zeit schmücken nun die pink Kaugummiautomaten Kasseler Clubs und Bars. Diese haben Grüning und Emde gebraucht im Internet gekauft und lackiert.

Kleines Dankeschön ziehen

In den Kaugummiautomaten befinden sich Gadgets verschiedener Initiativen wie beispielsweise des Skateboardvereins Mr. Wilson. Die Suche nach Projekten sei aber noch am Anfang, und für die Automaten würden noch Sponsoren gesucht, die sich dort mit ihrem Logo präsentieren wollen. „Für die Vereine sollen keine Kosten entstehen“, sagt Emde.

Zudem soll es Bastelnachmittage geben, an denen Emde und Grüning Material anbieten, damit die Vereine zum Beispiel die Schachteln für die Zigarettenautomaten gestalten können. Der Materialwert soll den Wert der Spende nicht übersteigen. Zudem soll es einen jungen Rat, bestehend aus Kindern und Jugendlichen, geben, der die Projekte aussucht, die unterstützt werden.

www.localcrowdfunding.de

Von Jacqueline Kleinhans

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.