Prozessauftakt am Amtsgericht: Streit zwischen zwei Fitnessstudiobesuchern steigerte sich in Etappen

Kleinigkeit löste Messerattacke aus

Kassel. Fünf Mal pro Woche ging der 28-Jährige zum Trainieren in das Fitnessstudio an der Kohlenstraße. Dass er das Studio an jenem Tag im März 2012 schwer verletzt verlassen würde, ahnte er wohl nicht.

Als Zeuge vor dem Amtsgericht berichtete er gestern, dass er sich nach dem Training in der Umkleidekabine einen Shake mixen wollte. Dazu benötigte er Wasser, das er an dem dort vorhandenen Waschbecken holen wollte. Dort stand der heute 36-jährige Angeklagte, der sich vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten muss. Ob er sich dort die Hände wusch oder sie trocknen wollte, konnte der 28-Jährige nicht mehr eindeutig sagen. Der Angeklagte schweigt bisher.

Der 28-Jährige sagte, er habe den Mann höflich gebeten, beiseitezugehen. Doch der habe nicht reagiert. Deshalb habe er sich vorbeigezwängt, was den anderen verärgert habe. Beide hätten sich daraufhin angebrüllt. Der 28-Jährige ging zurück zu seinem Spind. Da sei der Angeklagte erneut aufgetaucht. „Wir können auch rausgehen“, habe er in einem aggressiven Ton vorgeschlagen, das habe er abgelehnt. Die Situation sei eskaliert, die beiden hätten sich gegenseitig geschlagen, der Angeklagte soll zu Boden gegangen sein. Danach sei er weggerannt. „Ich dachte, die Sache ist erledigt.“ Doch da habe ein Studiobesucher gerufen: „Er kommt wieder!“ Der Angeklagte soll unvermittelt mit einem Messer zugestochen und den 28-Jährigen - wie sich herausstellte - in der Nierengegend verletzt haben. Mit der linken Hand, erinnerte sich der 28-Jährige, habe er mehrfach in die Klinge gegriffen, um den Angeklagten daran zu hindern, weiter zuzustechen. Ein anderer Studiobesucher habe die Auseinandersetzung durch sein Eingreifen beendet. Andere hatten das Geschehen beobachtet, jedoch nichts unternommen. Der 28-Jährige gab an, er leide an bleibenden Schäden an der Hand. Am 2. Oktober soll der Prozess fortgesetzt werden. (pas)

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