500 junge Menschen diskutierten in der Waldorfschule

Klimakonferenz in Kassel fordert Klimabildung

Sie debattierten über Klimaschutz: Maria Merlau (von links) , Helena Sattler und Felix Kaminski (Tennet).
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Sie debattierten über Klimaschutz: Maria Merlau (von links) , Helena Sattler und Felix Kaminski (Tennet).

500 junge Menschen aus ganz Deutschland trafen sich am Wochenende zur Klimakonferenz LCOY in der Freien Waldorfschule in Kassel .

Kassel – „Die Leute von Fridays for Future gehen auf die Straße. Wir gehen einen anderen Weg, um Lösungen zu erarbeiten“, sagt Maria Merlau. Die 22-Jährige, die in Hannover studiert, gehört zu den Organisatoren, die am vergangenen Wochenende die Klimakonferenz LCOY (Local Conference of Youth) Deutschland in der Freien Waldorfschule in Kassel organisiert haben.

Rund 500 junge Menschen aus ganz Deutschland haben an der Veranstaltung teilgenommen, um gemeinsam über die Klimakrise zu lernen, zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln.

„Wir wollen junge Menschen mit Unternehmen und Politikern zusammenbringen, damit sie mit ihnen über die Klimakrise diskutieren können“, sagt Maria Merlau. Aus fast allen Parteien waren Vertreter nach Kassel gekommen: Michael Bloss, Abgeordneter der Grünen im Europäischen Parlament, Lukas Köhler, klimapolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Neuhaus, Stadtrat aus Leipzig und Bundessprecher des Jugendverbandes der Linksjugend sowie der hessische SPD-Landtagsabgeordnete Gernot Grumbach.

Zudem standen der Umweltwissenschaftler und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker und Matthias Weber, Regionalmanager und Nachhaltigkeitsbeauftragter für Deutschland von Tier Mobility (E-Scooter), zur Verfügung.

Die Diskussionen bekamen allerdings nicht nur die Teilnehmer in der Waldorfschule mit. Zum Teil wurden die Gespräche und Interviews auch per Livestream im Internet übertragen. Moderatorin Helena Sattler sprach zum Beispiel mit Felix Kaminski vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet über erneuerbare Stromversorgung.

Wo so viele junge Menschen zusammenkommen, übernachtet werden konnte in der Turnhalle der Waldorfschule, kam der Spaß trotz der ernsthaften Debatten auch nicht zu kurz. Auf dem Programm standen zum Beispiel Poetry Slam und das Partyspiel Powerpoint-Karaoke. Das ist ein Ableger des klassischen Karaoke, bei dem die Teilnehmer keine Liedtexte nachsingen, sondern aus dem Stegreif einen Vortrag zu ihnen vorher nicht bekannten Thema halten müssen.

Zurück zum Klimaschutz: In den Workshops in Kassel formulierten die Teilnehmer auch Forderungen: Klimaschutz müsse sozialgerecht sein. Zudem sei den jungen Menschen wichtig, dass Konsumkritik nicht im Vordergrund von Klimaschutz stehe, so Merlau. Sie seien nämlich der Meinung, dass systemische und strukturelle Veränderungen für eine klimagerechte Zukunft notwendig seien. „Dabei sind Politik und Wirtschaft stärker in der Verantwortung als das Individuum“, sagt die 22-Jährige.

Zudem fordern die Teilnehmer, dass Kinder und Jugendliche schon früh von der Problematik, aber auch den Lösungen für den Klimawandel erfahren sollen. Deshalb soll Klimabildung auch ein Teil des Bildungsangebotes werden. (use)

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