Klimawandel: Jeder dritte Baum in Kassel ist geschädigt

Kassel. Der Klimawandel setzt Bäumen in Städten immer stärker zu. Nach Angaben des Umwelt- und Gartenamtes sind ein Drittel der etwa 58 000 Bäume in Kassel geschädigt. Gerade älteren Pflanzen gelinge es nicht mehr, sich auf die verändernden Bedingungen einzustellen, sagte Amtsleiterin Regula-Maria Ohlmeier.

2000 bis 3000 Bäumen gehe es so schlecht, dass sie unter besonderer Beobachtungen stünden.

Stressfaktoren seien zum Beispiel längere Phasen der Trockenheit im Sommer. Zudem würden Bäume unter anderem von Pilzen, Schädlingen und Krankheiten befallen, die ursprünglich aus südlicheren Regionen stammen und durch den Klimawandel nach Norden gewandert seien. „Pilze, die früher sporadisch aufgetreten sind, kommen heute massenweise“, sagt Ohlmeier. Einige Probleme haben hingegen direkt mit dem Menschen zu tun. Gerade 30 bis 40 Jahre alten Eschen setze der Straßenverkehr massiv zu. Zudem strahlten viele Gebäude im Sommer so viel Wärme ab, dass frische Luft fehle. „Der Baum hat keine Ruhephasen mehr“, sagt Ohlmeier.

Durch Krankheiten vertrockneten selbst dicke Äste in wenigen Wochen und brächen ab. Von unten sei die Bruch- und damit die Verletzungsgefahr für Menschen manchmal gar nicht zu erkennen. So gebe es Pilze, die ihre Spuren nur auf der Oberseite von Ästen hinterlassen. Um das zu erkennen, müssen Mitarbeiter mit Hubsteigern in die Bäume hinauffahren.

Es gebe Bäume, die mit Stressfaktoren und den Phänomenen des Klimawandels besser klarkommen. Diese Arten werden bei Neu- und Nachpflanzungen bevorzugt. Baum-Standorte werden seit einiger Zeit bei der Planung von Straßenumbauten mit berücksichtigt. Zudem schaffe man „bunte Alleen“ mit verschiedenen Arten, damit bei einem Pilzbefall nicht alle Bäume an einer Straße auf einen Schlag verloren gehen.

Von Claas Michaelis

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