Klingender Dauerlauf: Karin Wollenhaupt lief Halbmarathon mit ihrem Akkordeon

Laufen und in die Tasten hauen: Karin Wollenhaupt wollte mit ihrer Aktion für das Akkordeon-Orchester werben. Foto: privat

Kassel. Als ob 21 Kilometer Dauerlauf nicht schon eine besondere Leistung wäre. Karin Wollenhaupt aus Lohfelden hat am Sonntag beim Halbmarathon in Kassel nebenbei noch Akkordeon gespielt.

Die 51-Jährige hat die Strecke mit dem vier Kilo schweren Instrument vor ihrem Bauch in 2:23 Stunden geschafft.

Mit dieser einmaligen Aktion wollte die Lohfeldenerin, die verheiratet ist und eine Tochter hat, Interesse für das Kasseler Akkordeon-Orchester wecken. „Wir brauchen dringend Verstärkung“, sagt sie.

Karin Wollenhaupt ist für den Wintersportverein Vollmarshausen an den Start gegangen. Von Beginn an hat sie Stimmung gemacht. „Eine junge Läuferin hat sich einen Tango gewünscht“, erzählt sie. Also hat Karin Wollenhaupt „La Cumparsita“ gespielt. „Dann sind wir mit einem Ohrwurm losgelaufen.“

Auch während sie rannte, drückte sie die Knöpfe und Tasten. Dafür gab es mächtig Applaus von den Zuschauern. Sie hat so gut durchgehalten, weil sie schon lange sportlich aktiv ist. Und zwar erfolgreich. So hat sie bereits 20-Kilometer-Läufe beim Nordhessen-Cup gewonnen.

Ohne Instrument bewältigt Karin Wollenhaupt den Halbmarathon in weniger als zwei Stunden. „Dieser Lauf war trotzdem der schönste“, lautet ihr Fazit. „Mir ging’s richtig gut dabei“, sagt sie. Nur in den Armen habe sie Muskelkater. Im Rücken merke sie nichts, schließlich trainiert sie diesen regelmäßig.

Einmal hat sie während des Laufs pausiert, um ein Geburtstagsständchen zu spielen: Wolfgang Werner, der vor einem halben Jahrhundert das Akkordeon-Orchester gegründet hat, ist am Sonntag 83 Jahre alt geworden. Von der Berliner Brücke aus hat er Karin Wollenhaupt angefeuert. Und er kam, um mit ihr für das 50-jährige Jubiläum des Orchesters zu werben, das am 23. September im Bürgersaal des Rathauses gefeiert wird.

Karin Wollenhaupt ist Sachbearbeiterin bei der Deutschen Bahn. Eher scherzhaft hatte ein Kollege vorgeschlagen, sie solle doch ihre Hobbys verbinden und mit Akkordeon laufen.

„Ich bin dann mal zwei Stunden mit dem Instrument durch den Wald gelaufen. Da habe ich festgestellt, dass es machbar ist“, erzählt die Lohfeldenerin. Also hat sie sich das Instrument vor dem Start um die Schultern gehängt.

Von Stefanie Dietzel

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