Anwohner fürchten, dass Parkdruck durch Ausbau auf dem Möncheberg noch zunimmt

Klinik-Autos parken alles zu

Christof Nolda

Kassel. Wer in den Wohnstraßen rund ums Klinikum Kassel ein Auto besitzt, kann eher einpacken als einparken: Die wenigen Stellplätze am Straßenrand sind zum großen Teil mit quartiersfremden Autos von Krankenhausmitarbeitern und -besuchern belegt. Wer dort wohnt und kurz sein Auto bewegen muss, um eine Besorgung zu machen, hat kaum eine Chance, den Wagen je wieder in der Umgebung seiner Wohnung abzustellen.

Das zweite, 2007 eröffnete Klinik-Parkhaus habe keine Entlastung gebracht, sagen Anwohner. Viele fürchten, dass nach dem Umzug der Kindermedizin vom Park Schönfeld an den Möncheberg der Parkdruck noch größer wird.

Besonders deutlich wird das Problem an der Kolitz- und der Rauchstraße mit ihren engen Fahrbahnen, wo nur einseitig geparkt werden kann. Regelmäßig muss der Abschleppwagen kommen und Garageneinfahrten frei machen, erzählt Anwohnerin Karin Amrhein.

Sie habe schon öfter Klinikums-Mitarbeiter angesprochen, warum sie nicht die Parkhäuser jenseits der Ihringshäuser Straße nutzen. „Die sagen, das ist uns zu teuer“, berichtet Karin Amrhein. Sie selbst „würde gern die 25 Euro im Monat zahlen, wenn ich dafür einen Parkplatz sicher hätte“.

Sparsame Ärzte

Selbst Ärzte würden angetroffen, denen dieser Betrag zu hoch sei, sagt Fasanenhofs Ortsvorsteher Peter Carqueville. Am Geld könne es nicht so sehr liegen, „das ist reine Bequemlichkeit“. Insgesamt stünden genug Parkplätze im Quartier zur Verfügung. Es sei Aufgabe des Straßenverkehrsamts, eine Lösung für das Problem in den Anwohnerstraßen zu finden, fordert Carqueville. Vonseiten des Klinikums werde nach seinem Eindruck getan, was möglich sei. „Es sind die Mitarbeiter, die wir erreichen müssen.“

Anwohner Helmut Naul ist in diesem Punkt skeptisch: „An die Einsicht zu appellieren, wird nichts nützen.“ Die Fahrer tun ja nichts Verbotenes, indem sie allgemein zugänglichen Parkraum nutzen. Daher wünschen sich die Menschen in Rauch- und Kolitzstraße eine Anwohner-Parkregelung.

Dafür gebe es aus rechtlichen Gründen keine Chance, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Die beiden Straßen seien so schmal, dass dort bei strenger Auslegung der Straßenverkehrsordnung eigentlich gar nicht geparkt werden dürfe. Um den Anwohnern entgegenzukommen, setze die Stadt dies aber nicht durch.

„Das ist schon eine Zwickmühle in diesem Gebiet“, sagt Nolda und erklärt das Problem so: „Sobald wir dort regulativ eingreifen, müsste das nach der Straßenverkehrsordnung geschehen. Das heißt, wir könnten keine besonderen Anwohnerflächen ausweisen, sondern müssten allen das Parken verbieten – auch den Anwohnern.“

Der Stadtteil Fasanenhof profitiere in hohem Maße vom Klinikum, sagt Nolda. „Das bringt auf der anderen Seite mit sich, dass man auch gewisse Lasten aushalten muss.“ Gemeinsam mit dem Ortsvorsteher wolle er sich die Parksituation im Viertel aber noch einmal anschauen und überlegen, ob hier und da Verbesserungen möglich sind. Foto:  Herzog

Von Axel Schwarz

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