Diakonie-Krankenhaus - Im alten Bett der Drusel sind die Gründungsarbeiten schwierig

Klinik-Bau ist harter Brocken

Marc Arnoldi

Kassel. Von oben drückt der Berg, auf dem die Stadthalle thront, tief in der Erde kämpft man mit dem alten Bett der Drusel. Auch der Bau des neuen Bettenhauses der Diakonie-Kliniken an der Ecke Goethestraße/Kirchweg ist wieder eine Herausforderung. Bis Ende des Jahres aber sollen die schwierigen Gründungsarbeiten geschafft und die Baugrube ausgehoben sein.

Noch gräbt ein 120-Tonnen-Spezialkran tiefe Löcher in den Baugrund. Durch einen Führungsschacht arbeitet sich der fast drei Meter breite Greifer bis etwa 17 Meter tief in den Boden.

Ständig werden die so entstandenen Schächte mit Stützwasser aufgefüllt, das direkt auf dem Gelände in einer kleinen Fabrik hergestellt wird. Die speziell aufbereitete Flüssigkeit ist dichter als Wasser und verhindert, dass die Schächte unter dem Außendruck einstürzten.

Auf rund 30 Meter Länge wurde auf diese Weise bereits eine Schlitzwand in der Erde errichtet. Gerade sind Bauarbeiter der Spezialfirma Franki aus Seevetal dabei, über Trichter die einzelnen Lamellen der Stützwand zu füllen, erläutert Bauleiter Dieter Loewemann.

Auch die an den Altbau anschließende Seite der Baugrube muss besonders befestigt werden. Hier geht es vor allem darum, nachfließendes Wasser abzuhalten. Das Bauen im alten Bachbett der Drusel stellt die Bauleute immer wieder vor neue Schwierigkeiten. So habe man nicht damit gerechnet, so viele große Quarzit-Brocken vorzufinden, sagt Gebäude-Manager Marc Arnoldi. Er rechnet damit, dass allein die schwierige Entfernung der harten Felsbrocken rund 70 000 Euro Mehrkosten verursacht hat.

Rund 25 Millionen Euro wird das neue Bettenhaus der Diakonie-Kliniken insgesamt kosten. Die Kosten trägt das Land. Die Diakonie-Kliniken müssen den Bau lediglich zwischenfinanzieren.

174 Betten sollen hier auf sechs Etagen in 90 Patientenzimmern Platz finden. Im März 2015 soll das neue Gebäude, das sich an den bereits fertigen Klinik-Neubau und einen Altbau aus den 1950er-Jahren anschließt, fertig sein. Dann sollen hier auch die restlichen Abteilungen des Burgfeldkrankenhauses einziehen und damit die Klinikfusion mit dem Diakonissen-Krankenhaus vollenden.

Das alte, 1970 eingeweihte Gebäude, in dem sich früher auch der Haupteingang und die Liegendanfahrt für Krankenwagen befanden, wurde bereits im Frühjahr abgerissen. An dieser Stelle, erläutert Baukoordinator Arnoldi, stand früher einmal die alte Kapelle des Diakonissenhauses, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Dass Baulärm und Staub Anwohner, Patienten und Mitarbeiter belasten, lasse sich leider nicht vermeiden, bedauert Arnoldi, „aber wir bauen hier für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung“. Und man bemühe sich, den Baulärm zu reduzieren, indem zum Beispiel die Bagger zum Teil in der Baugrube arbeiten. Archivfoto:  Koch

Von Martina Heise-Thonicke

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