Klinik-Klotz kommt weg

Ehemalige Haut- und HNO-Klinik wird abgerissen

Unschöner 70er-Jahre-Bau: Das Klinikum hat keine Verwendung mehr für das Klinik-Hochhaus (rechts) neben dem Pathologischen Institut (links). Weiterbestand und Umbau wären zu aufwendig und teuer, heißt es. Fotos:  Heise-Thonicke

Kassel. Fast 40 Jahre lang wurden in diesem Gebäude Hautleiden behandelt, Ohren operiert und Rachenmandeln entfernt. Jetzt hat das Haus 6 des Klinikums ausgedient und wird abgerissen. Die Vorarbeiten dafür haben bereits vor zwei Monaten begonnen. Mitte Januar soll der Bagger anrollen.

1,5 Millionen Euro wird der Abbau kosten. An dieser Stelle soll zur Erweiterung des Klinikparks eine Grünfläche entstehen.

Dass die ehemalige Haut- und HNO-Klinik einmal ausgedient haben würde, wurde bereits in der Zielplanung für das Klinikum 2006 festgelegt, sagt Frank Damm-Schefski, Leiter des Zentralbereichs Bau und Technik. Nachdem ein neues Zentrum für Kinder- und Frauenmedizin sowie ein Diagnostik-Gebäude samt Zentraler Notaufnahme gebaut wurden, um Betriebsabläufe und die Patientenversorgung zu verbessern, sind Räume frei geworden. So zog die Hals-Nasen-Ohren-Klinik im Herbst 2011 in Haus 1 um. Und die Hautklinik ist seit dem Frühjahr in der ehemaligen Frauenklinik zu finden.

„Gebäude, die wir nicht mehr brauchen, werden abgerissen“, sagt Damm-Schefski. Denn es koste viel Geld, ein leer stehendes Gebäude zu sichern und zu heizen. Und selbst wenn nur einzelne Räume – beispielsweise als Lager – genutzt würden, müssten Brandschutzeinrichtungen installiert werden. „Ein Umbau wäre nicht wirtschaftlich“, sagt Damm-Schefski. Zumal das 1976 in Betrieb genommene, neunstöckige Gebäude mit den Alu-Fenstern und den ungedämmten Wänden energietechnisch nicht mehr zeitgemäß sei.

Kabelsalat: Frank Rauthe von der Firma Bodo Freimuth entfernt elektrische Leitungen im Erdgeschoss.

Doch auch der Abriss ist aufwendig: Zunächst einmal mussten Versorgungsleitungen verlegt werden, die einst durch Haus 6 liefen und in die benachbarte Pathologie führten. Auch die dahinterliegende zentrale Sauerstoffversorgung musste vor dem Abriss gesichert werden. Derzeit sind Arbeiter dabei, Fußböden, Leitungen und auch Dämmmaterial rauszureißen. Alle Materialien und Schadstoffe wie Kunststoff, PVC, Leuchtröhren, Metall, Holz und Steinwolle müssten sorgfältig getrennt und auf unterschiedlichen Deponien gesondert entsorgt werden. Das werde streng überwacht, erläutert Damm-Schefski.

Erst wenn diese Arbeiten erledigt sind, kann der Bagger anfangen, das Gebäude mit einem Bruttorauminhalt von rund 32 00 Kubikmetern abzutragen. Die Anwohner seien vorher informiert worden, und Lärmschutzauflagen würden beachtet.

Wenn das Hochhaus verschwunden ist, soll an dieser Stelle eine Grünfläche angelegt werden, die sich an den Klinikpark mit Kinderspielplatz anschließt. Archivfoto:  Koch

Von Martina Heise-Thonicke

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