Kliniken kaufen Notärzte im Internet ein

Kassel / Wolfhagen. Bei Engpässen wollen Stadt und Landkreis Kassel künftig zulassen, dass Notärzte über Personalbörsen im Internet eingekauft werden. Es sei nicht auszuschließen, dass man im Zweifel auf derlei Angebote zurückgreifen müsse, sagte Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) auf Anfrage.

Damit vollziehen Stadt und Kreis eine Kehrtwendung bei der Beschaffung von ärztlichem Personal zur Besetzung von Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF).

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Vor drei Wochen hatten Kaiser und Vize-Landrätin Susanne Selbert (SPD) den neuen Bereichsplan Rettungsdienst für Stadt und Kreis vorgestellt, über den heute die Kasseler Stadtverordneten entscheiden. In diesem Zusammenhang hatten Kaiser und Selbert gesagt, dass Notärzte nicht über Internetbörsen eingekauft werden sollen.

Zuletzt wurde das NEF in Hofgeismar über Silvester mit einem Mediziner von der Notarztbörse besetzt. Allerdings seien die Erfahrungen nicht so gut gewesen, sodass man andere Lösungen bei Engpässen finden wolle, hatten Kaiser und Selbert gesagt.

Nach Informationen der HNA bestand aktuell bei der Besetzung des NEF in Wolfhagen ein Engpass. Über das Portal www.notarztboerse.de wurde ein Mediziner gesucht, der für 30 Euro pro Stunde zu Einsätzen ausrückt. Man habe die Lücke aber inzwischen intern geschlossen, sagte Gisa Stämm, Sprecherin der Gesundheit Nordhessen Holding.

Auch das NEF am Klinikum Kassel ist zeitweise mit externen Ärzten besetzt worden, bestätigte Stämm. Allerdings lägen diese Fälle lange zurück.

Mediziner und Rettungsdienstexperten haben erhebliche Zweifel an dieser Praxis. Zwar würden Ärzte eingesetzt, die über fachliche Qualifikationen verfügen. Doch oftmals kenne sich das externe Personal nicht mit örtlichen Gegebenheiten aus. Stämm wies das zurück. Es sei sichergestellt, dass nur qualifiziertes Personal zum Einsatz kommt.

Von Claas Michaelis

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