Für die Gesundheit Nordhessen Holding AG war 2009 das erfolgreichste Jahr seit der Gründung

Klinikkonzern schreibt Gewinn

Kassel. Für die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) war 2009 das erste Jahr der schwarzen Zahlen und damit das erfolgreichste ihres Bestehens. Unterm Strich blieben dem Konzern, zu dem sechs Krankenhäuser sowie Reha-Einrichtungen und Seniorenheime gehören, 1,61 Millionen Euro Gewinn. Rechnet man den Ertrag sämtlicher Töchter zusammen, ergibt sich sogar ein Plus von 1,72 Millionen Euro.

Der Geldsegen hat einen rechnerischen und einen realen Grund: In den Vorjahren hatten Abschreibungen auf die Kreiskliniken die Bilanz gedrückt, 2009 fielen sie weg.

Darüber hinaus steigerten die Schwergewichte, die Kliniken, ihre Leistungen. Die Zahl der Patienten wuchs ebenso wie das mit den Krankenkassen ausgehandelte Budget, sagt Holding-Chef Gerhard Sontheimer. Dieses war laut Bilanz 2009 rund 15 Millionen Euro höher als im Vorjahr.

Die Beschäftigten haben in Euro und Cent etwas davon: Seit 2007 machen sie im Rahmen eines Zukunftssicherungsvertrages Abstriche bei dem Gehalt und den Beiträgen zur kommunalen Altersversorgung. Auf knapp sechs Millionen Euro Lohn und Gehalt hatten sie auf diese Weise 2009 verzichtet. Das Geld fließt nun in der Summe zurück an die Beschäftigten, allerdings kommt nicht jeder gleich gut weg. Wer in einer Holding-Tochter arbeitet, die mit roten Zahlen aufwartet, bleibt auf einem Teil seiner Gehaltseinbußen sitzen, höchstens seien das 2,4 Prozent, sagt Sontheimer.

Auch mit dem Spitzenjahr im Rücken plant der Holding-Chef vorsichtig. Noch sind die wichtigen Budget-Verhandlungen nicht abgeschlossen. Wie viel Geld die Kliniken zur Verfügung haben werden, wissen sie deshalb noch nicht. Ein Ziel steht jedoch fest: Bis zu 4,2 Millionen Euro sollen 2010 an die Mitarbeiter zurückgezahlt werden. Alle GNH-Gesellschaften zusammen beschäftigen 4703 Menschen, die sich 3013 Stellen teilen.

Kerngeschäft Kliniken

Dreh- und Angelpunkt des Holding-Geschäfts sind die sechs Krankenhäuser in Kassel, Bad Arolsen, Hofgeismar, Wolfhagen und Helmarshausen. Bis auf Letzteres schafften im vergangenen Jahr alle den Sprung in die schwarzen Zahlen. Helmarshausen jedoch ist ein Sorgenkind der Holding, ebenso wie die Altenwohnanlagen, die gegen stetigen Preisdruck ankämpfen müssen.

Was aus den beiden Problemfällen werden soll, steht noch nicht fest, gegenwärtig werden verschiedene Pläne diskutiert, sagt Sontheimer. Fest stehe nur: „Es gibt gegenwärtig kein Szenario, das Krankenhaus in Helmarshausen zu schließen.“Der Klinikkonzern will vor allem Patienten mit komplexen Krankheiten anziehen, ein Konzept, das er seit Jahren verfolgt. Entsprechend wird aufgebaut: Ein Thorax-Chirurg wird im Juni seine Arbeit in Kassel aufnehmen, ein Herzchirurg soll folgen. KOMMENTAR

Von Barbara Will

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