Ziegenberg-Anwohner sind gegen zu dichte Bebauung und wollen stadtweit aktive Bürgerinitiative gründen

„Klötze“ sorgen für Widerstand

Wollen keine Stadtvillen mehr: Heinrich Falb (von links), Wolfgang und Sigrid Koch sowie Reinhard Wieders haben eine Bürgerinitiative gegründet. Foto: Oschmann

Harleshausen. Sie wollen eine stadtweit aktive Bürgerinitiative (BI) gründen, mit der sie sich gegen den Bau weiterer Stadtvillen am Ziegenberg wehren wollen. „Diese eng stehenden, viel zu hohen Klötze verschandeln das Wohnviertel und zerstören die Lebensqualität hier“, bemängelt Sigrid Koch (72).

Einhalt wollen sie und ihr Mann Wolfgang (74) sowie die Nachbarn Heinrich Falb (73) und Reinhard Wieders (61), die seit Jahrzehnten hier leben, dieser Entwicklung gebieten. Die man im ganzen Stadtgebiet beobachten könne, berichten die vier. Darum soll die BI stadtweit aktiv werden. „Wir suchen deshalb Mitstreiter für unser Anliegen auch aus anderen Quartieren“, sagt Wieders.

„Wir haben grundsätzlich nichts gegen eine etwas dichtere Bebauung, aber wir wehren uns gegen die Menge und Höhe der Häuser“, sagt Wolfgang Koch. Die BI sieht seitens der Stadt Umweltschutzaspekte ignoriert.

Der Ziegenberg als eine der grünen Lungen müsse geschützt werden, im Zuge der Bebauung seien alte Baumbestände rücksichtslos vernichtet worden, auch Ersatzpflanzungen habe es nicht gegeben, dafür viel Versiegelung, wirft man Stadtbaurat Christof Nolda vor.

Bei den modernen Stadtvillen habe das Bauamt durch rechtliche „Tricksereien“ die Vorgabe einer zweistöckigen Bauweise ausgehebelt. „Diese Großprojekte, richtige Klötze, wirken drei- und teilweise vierstöckig“, sagt Heinrich Falb.

Die teuren Eigentumswohnungen ließen die Grundstückspreise hochschnellen und würden vor allem von Senioren gekauft. Damit erfülle man nicht die Idee unterschiedlicher Wohnformen und sozialer Durchmischung.

Nolda ließ die Bürger schriftlich wissen, es handele sich nicht um „Großprojekte“. Die Häuser entsprechen den Festsetzungen des Bebauungsplans. Seit 36 Jahren gebe es das Recht, zweigeschossig zu bauen. Entsprechende künftige Bauanträge würden nicht abgelehnt.

Auch aus ökologischen Gründen liege es im Allgemeininteresse, bestehendes Bauland auszunutzen. Nichts sei der Umwelt zuträglicher, als vorhandenen Wohnbedarf im Bereich erschlossener Gebiete zu befriedigen.

Die Anwohner wollen das Thema in eine der nächsten Sitzungen des Ortsbeirats Harleshausen einbringen.

Tel. 01 52 29 86 48 61.

E-Mail:        aktivbuergerkassel@web.de

Von Sabine Oschmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.