KMW und Nexter besiegeln deutsch-französische Panzerfusion

Die Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW/Kassel/München) und Nexter Systems im französischen Roanne besiegeln am Mittwoch offiziell ihre Fusion zu Europas größtem Panzerbauer.

Es entsteht ein neues Unternehmen mit dem Arbeitstitel Kant und rund 6000 Mitarbeitern, davon 2770 in Deutschland und davon wiederum die Hälfte in den Kasseler Werken. Unmittelbare Auswirkungen auf Jobs und Standorte werden nicht erwartet, wie es sich mittel- und langfristig entwickelt, kann zur Stunde niemand sagen. Die Abkürzung Kant gibt die Marschrichtung vor. Sie steht für KMW and Nexter together (zusammen). Zunächst soll das neue Unternehmen von einer Doppelspitze geführt werden, bestehend aus KMW-Chef Frank Haun und Nexter-Boss Philippe Burtin.

Die beiden Unternehmen sind in etwa gleichgroß und setzen jeweils gut eine Milliarde Euro im Jahr um. Allerdings sind im KMW-Anteil die zivilen Aktivitäten des Unternehmens der Kasseler Industriellenfamilie Bode. Deutliche Unterschiede gibt es aber bei der jetzigen Eigentümerstruktur. Während die deutsche Panzerschmiede gut 20 Familiengesellschaftern gehört, die sich in der Vergangenheit nicht immer grün waren , befindet sich die aus dem Giat-Konzern hervorgegangene Nexter-Gruppe zu 100 Prozent in der Hand des französischen Staates. Beide, KMW-Gesellschafter und Frankreich, überführen ihre Unternehmen in einer neue Gesellschaft mit Sitz in Amsterdam.

Mit der Fusion wollen die beiden Partner ein starkes Gegengewicht zu den US-Panzerbauern General Dynamics und dem britischen Konkurrenten BAE Systems schaffen. Bekanntestes Produkt der Kasseler ist der schwere Kampfpanzer Leopard 2, Nexter stellt den Konkurrenten Leclerc her. Die US-Amerikaner bauen den Abrams, die Briten den Challenger.

Neben KMW produziert auch der andere große deutsche Panzerbauer Rheinmetall in Kassel. Die Düsseldorfer betreiben hier zwei Werke mit 850 Beschäftigten.

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