Arbeitskreis „Bettenhausen früher und heute“ gibt Kalender für 2010 heraus

Kneipen einst und jetzt

Bis heute erhalten: Das Haus Leipziger Straße 211 direkt am Leipziger Platz. 1906 war dort die Gastwirtschaft „Zur Römerhalle“, heute ist im Erdgeschoss ein Motorroller-Geschäft. Foto: Sammlung K.-P. Wieddekind

Bettenhausen. Den Kalender mit Fotos aus Alt-Bettenhausen gibt es nur alle zehn Jahre. Nächstes Jahr ist es wieder so weit: Nach 1990 und 2000 gibt der historische Arbeitskreis „Bettenhausen früher und heute“ jetzt den Kalender für das Jahr 2010 heraus.

Diesmal geht es um Gastwirtschaften, die damals oft im Zusammenhang mit der Eingemeindung Bettenhausens nach Kassel im Jahre 1906 entstanden. „Im Dorf Bettenhausen wären solche stattlichen Häuser nicht gebaut worden“, ist Bernd Schaeffer überzeugt. Aber als das Dorf zur Stadt wurde, hätten wohl einige Wirte steigende Umsätze erwartet. So entstand auch das Gasthaus „Zur Römerhalle“. Das prächtige Gebäude steht bis heute. „Meine Großeltern haben das gebaut“, erzählt Waltraud Becker, die auch in der Geschichtswerkstatt im Stadtteilzentrum Agathof mitarbeitet. Manche Wirtschaften gibt es schon lange nicht mehr. Andere bestehen bis heute. Wie zum Beispiel das Haus „Zum Kurfürst“ an der Eichwaldstraße 50, das heute noch fast so aussieht wie auf der Postkarte aus dem Jahr 1903. Heute ist dort - nachdem das Haus als Bordell und Billardtreffpunkt genutzt worden war und auch zeitweise leer gestanden hatte - die Gaststätte „Fosters Garden“, die besonders bei Studenten sehr beliebt ist. Die 13 historischen Ansichtskarten-Motive sollen persönliche Erinnerungen an vergangene Zeiten und Interesse an Leben und Geschichte im Stadtteil wecken. Um die Geschichte der Wirtshäuser beschreiben zu können, haben die Hobby-Historiker auch in alten Akten mit Schankkonzessionen im Stadtmuseum und im Staatsarchiv Marburg geforscht. Ethnologen der Uni Marburg hat der Arbeitskreis auch schon geholfen - bei der Forschung zum Wandel der Bevölkerungsstruktur in Bettenhausen. HINTERGRUND

Von Jörg Steinbach

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