Ordnungsamt: Wirte haben reagiert

Kneipenlärm meist im Griff: Nur noch vereinzelt Beschwerden

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Aus Sicht des Ordnungsamts vorbildlich: Vor dem Chacal an der Goethestraße sitzen an lauen Abenden viele Menschen. Klagen von Anwohnern gibt es nicht.

Kassel. Im Juni startet offiziell der Sommer. Aber schon im Frühjahr war es an vielen Abenden so warm, dass es die Menschen nach draußen zog. Entsprechend voll war es vor den Kasseler Kneipen.

Die Probleme mit Anwohnern, die sich über nächtlichen Lärm beschweren, sind aber vielerorts verstummt. Aus Sicht des Ordnungsamts liegt dies auch daran, dass die Wirte dafür sorgen, dass bis 23 Uhr der Betrieb im Außenbereich eingestellt ist. Diese Auflage der Stadt gilt für alle Kasseler Gastronomen.

Nach einzelnen Anwohnerbeschwerden über Lärm vor der Kneipe „Fes“ an der Friedrich-Ebert-Straße/ Ecke Karthäuser Straße etwa, hat Betreiber Frank Lüst reagiert. Im Außenbereich hat er Zettel angebracht, um seine Gäste auf die Nachtruhe aufmerksam machen. „Ich will unsere Gäste sensibilisieren“, sagt Lüst. Die Beschwerden über Kneipenlärm seien auch ein Ergebnis des Nichtraucherschutzgesetzes aus dem Jahr 2007.

Aus Sicht des Ordnungsamts zeigt Lüsts Einsatz Erfolg. Die Beschwerden seien verstummt, so ein Stadtsprecher. Grundsätzlich setzte die Stadt auf eine Abwägung der wirtschaftlichen Interessen der Wirte und dem Ruhebedürfnis der Anwohner. Über die Auflage zur Schließung der Außenbereiche ab 23 Uhr hinaus, hätten die Betreiber ab 22 Uhr auf die Anwohner stärker Rücksicht zu nehmen.

Gut gelingt das nach Auskunft des Ordnungsamts auch vor der Gaststätte Chacal an der Goethestraße. Seit dem Umbau der Straße zu einem Boulevard hat die Bar an Anziehungskraft gewonnen. Obwohl dort an lauen Abenden viele Menschen sitzen, sei die Situation „unproblematisch“, so der Stadtsprecher. In der letzten Zeit habe es keine Klagen gegeben.

Belebte Kneipenmeile: Auch vor den Bars an der Friedrich-Ebert-Straße ist insbesondere an Wochenenden viel los.

Der Biergarten des Ulenspiegel an der Querallee/ Ecke Goethestraße hatte in der Vergangenheit mehrfach für Lärmklagen gesorgt. Seitdem der Außenbereich pünktlich um 23 Uhr geschlossen werde und der Wirt seine Gäste gezielt darauf hinweise, sei die Situation „deutlich verbessert“, teilt die Stadt mit.

„Um 22.45 Uhr nehmen wir die letzte Bestellung auf. Wer nach 23 Uhr zum Rauchen rausgeht, darf sein Getränk nicht mitnehmen“, beschreibt Tim Breitzke vom Ulenspiegel die Regeln für die Gäste. Um ganz sicher zu gehen, wird der Biergarten ab 23 Uhr mit einer Kette abgesperrt. „Ich denke, wir haben einen guten Mittelweg gefunden“, sagt Breitzke.

Auf der Kneipenmeile an der Friedrich-Ebert-Straße hat Dirk van der Werft von „Joe’s Garage“ langjährige Erfahrungen damit, ein gutes Verhältnis zu Anwohnern zu pflegen: „Wir sind seit 20 Jahren hier und bemühen uns um gute Nachbarschaft.“ Früher habe es Beschwerden gegeben, im Moment sei alles entspannt. „Wer ein Anliegen hat, kann mich immer ansprechen.“ Zudem gebe es auf der Rückseite der Bar einen Briefkasten mit Aufschrift „Kummerkasten“.

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