Anwohner der Bettenhäuser Straße beschwert sich vergeblich über Parkplatzmangel

Knöllchen statt Stellplatz

Freie Fahrt nur für Kinderwagen: In die Bädergasse (Bild) in der Unterneustadt dürfen Autos nur zum Be- und Entladen einfahren. Fotos:  Dilling

Unterneustadt. Tobias Mormann ist seit zwei Monaten sauer auf die Stadt Kassel. Seit dieser Zeit sei die Bädergasse für parkende Autos gesperrt, und seitdem, so sagt der 27-Jährige, sei er häufig im Fuldaquartier unterwegs, um einen freien Parkplatz in der Nähe seiner Wohnung an der Bettenhäuser Straße zu finden.

Oft habe er schon die Geduld verloren und sein Auto im Parkverbot abgestellt, erzählt Mormann. Das sei teuer geworden. „Sechs bis sieben Knöllchen“ habe er in vier Wochen kassiert. Die Politessen der Stadt knackten im Quartier „jeden Tag den Jackpot“, schimpft der Bankangestellte. Er als Mieter habe keinen Tiefgaragenplatz wie die Wohnungseigentümer. Mormann wünscht sich zumindest einen Anwohnerparkplatz. Dafür würde er auch bezahlen, versichert er.

Das Straßenverkehrsamt bestätigt über die Pressestelle der Stadt die Haltebeschränkungen an der Bädergasse und den benachbarten öffentlichen Flächen. Es bestehe auch ein Parkplatzmangel in der Unterneustadt. Das Stellplatzangebot dort werde aber bewusst knapp gehalten, weil das zum Konzept der Stadt für den Wiederaufbau der zerstörten Unterneustadt gehöre, teilt das Straßenverkehrsamt auf Anfrage mit. Parkplätze auf öffentlichen Flächen seien ausschließlich für Besucher und „Wirtschaftsverkehr“ vorgesehen.

Privatparkplätze

Im Fuldaquartier sind laut Kasseler Straßenverkehrsamt ausreichend private Stellplätze vorhanden. Daher komme eine Ausweisung von Anwohnerparkplätzen nicht in Betracht.

Mormann sieht das anders. Er sei als Mieter darauf angewiesen, auf öffentlichem Grund zu parken. Auch auf das Auto könne er nicht verzichten, da er täglich nach Göttingen zur Arbeit fahren müsse.

Die Vorstellung im Quartier ohne Auto auszukommen, sei „eine wunderbare Vorstellung“. sagt Mormann. Sie geht nach Ansicht des Bankangestellten aber an der Realität vorbei. (pdi)

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