Finanzverwaltung befürwortet Kurzzeitparkplätze vor dem Zentrum am Altmarkt

Knöllchenproblem: Finanzamt sieht Stadt in Pflicht

Weiter Weg zum Briefkasten: Am Posteinwurf des Finanzzentrums gibt es keine Kurzzeitparkplätze. Deshalb stellen Autofahrer ihr Fahrzeug oft auf den Gehweg, wenn sie nur etwas einwerfen wollen, und riskieren ein Knöllchen. Foto: Janz

Kassel. Für autofahrende Steuerzahler ist keine Lösung des Knöllchenproblems am Kasseler Finanzzentrum in Sicht. Wer nur rasch vor dem Finanzamt halten will, um seine Unterlagen einzuwerfen, muss wohl auch in Zukunft ein Knöllchen riskieren.

Denn nach der Stadt hat nun auch die Finanzverwaltung erklärt, den Autofahrern nicht entgegenkommen zu können. „Die Finanzverwaltung würde die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen an dieser Stelle begrüßen“, sagte Manfred Schwebel, stellvertretender Pressesprecher der zuständigen Oberfinanzdirektion Frankfurt, gegenüber der HNA. Die Entscheidung liege allerdings bei der Stadt Kassel. Und die hatte Anfang der Woche erklärt, dass es keine Möglichkeit gebe, vor dem Bau an der Weserstraße zusätzliche Parkplätze einzurichten.

Besucherparkplätze gibt es am Finanzzentrum wie an vielen Ämtern ohne entsprechend große Grundstücke nicht. Die Tiefgarage steht nur den Mitarbeitern offen. Wer mit dem Auto kommt, ist auf die elf kostenpflichtigen Stellplätze entlang der Weserstraße angewiesen. Der Parkplatz am benachbarten Karlshospital ist den Besuchern des ehemaligen Zuchthauses vorbehalten.

Briefkasten bleibt

Auch eine Verlegung des Briefkastens kommt für die Finanzverwaltung nicht infrage. „Dafür bietet das Gelände keinen geeigneten Platz“, sagt Schwebel. Er widerspricht der Darstellung der Stadt Kassel, dass der Briefkasten ursprünglich an der Zufahrt zur Tiefgarage platziert werden sollte: „Die Planung sah von Anfang an die Positionierung in Haupteingangsnähe vor.“

Die Stadt hätte zwar einen „Drive-in-Briefkasten“ vorgeschlagen, den Autofahrer bequem ansteuern können. Doch dann hätte die Gefahr bestanden, dass vor der Tiefgarage rangiert wird oder Autos die Stellplätze dauerhaft blockieren. Deshalb sei der Vorschlag verworfen worden.

Dass Besucher keine weiten Wege zurücklegen wollen, nur um Unterlagen einzuwerfen, kann Schwebel nachvollziehen. Zumal wenn die elf Parkplätze belegt seien, „ist das für den betroffenen Besucher sicher ärgerlich“.

Die Diskussion ist entstanden, weil ein Mitarbeiter eines Kasseler Steuerberaters ein Knöllchen bekommen hatte. Er hatte, wie viele, die nur zum Briefkasten des Finanzzentrums wollen, auf dem Gehweg gehalten.

Von Marcus Janz

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