Rot-grüne Mehrheit gibt Richtung für Sanierung vor

Knotenpunkt ohne Brücke: Kassels Großer Kreisel bleibt ebenerdig

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Eine der Kasseler Straßen mit dem größten Verkehrsaufkommen: der mehrspurige Kreisel am Platz der Deutschen Einheit. Laut Beschluss soll nun die Sanierung des „Knotenpunktes“ geplant werden. Ob der Kreisel bleibt oder es eine Kreuzung wird, ist noch offen. Fest steht, dass eine komplette Ampelregelung umgesetzt und auf eine Brücke verzichtet werden soll.

Kassel. Der sperrig formulierte gemeinsame Nenner für den Platz der Deutschen Einheit in Kassel lautet: „Umplanung zu einem plangleichen lichtsignalgeregelten Knotenpunkt“.

Die rot-grüne Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung hat dafür in der Sitzung am Montagabend die Ausschreibung der Planungsleistungen beschlossen.

„Knotenpunkt“ heißt, dass offen bleibt, ob es nach der Sanierung bei einem Kreisverkehr bleibt oder ob der Große Kreisel zu einer Kreuzung umgebaut wird. „Plangleich“ – besser ebenerdig – heißt, dass die von den Gutachtern als wirksamste, aber eben auch teuerste Sanierungsvariante präsentierte Brückenkonstruktion vom Tisch ist. Der „Überflieger“ soll in der weiteren Planung keine Berücksichtigung mehr finden, der Verkehr also auf der Erde bleiben.

Mit über 68 000 Fahrzeugen pro Tag ist der Große Kreisel eine der am meisten belasteten Straßen der Stadt. Um das enorme Verkehrsauskommen – ob auf einem Kreisel oder einer Kreuzung – in geordnete Bahnen zu lenken, soll künftig eine komplette Regelung mit Ampeln erfolgen. Bisher gibt es Vorfahrts- und Ampelregelungen des Verkehrs.

Mit einem Baustart am Platz der Deutschen Einheit wird nicht vor 2019/2020 gerechnet. Laut Gutachter würde der Umbau zu einer Kreuzung rund zwölf Millionen Euro kosten, die Brückenvariante wurde auf rund 23 Millionen geschätzt. CDU und FDP bedauerten, dass mit dem Verzicht auf den „Überflieger“ eine große Chance verspielt werde. Heinz Gunter Drubel (FDP) bezeichnete die Brücke als „Investition in die Zukunft“. Dominique Kalb (CDU) sprach von „einem schwarzen Tag für die Verkehrspolitik in Kassel“, kritisierte die „grüne Verkehrsideologie“ im Allgemeinen und den Grünen-Stadtbaurat Christof Nolda im Besonderen. Mit dem Rückbau des Kreisels zu einer Kreuzungsanlage gehe Kassel nicht voran, sondern zurück, meinte auch CDU-Fraktionskollege Stefan Kortmann.

Mit Verweis auf die damit verbundenen Mehrkosten lehnten Vertreter von SPD und Grünen jedoch den Brückenbau ab und betonten die Vorteile für Radfahrer und Fußgänger durch eine komplette Ampelregelung.

Satz für Satz abgestimmt

Aus zwei Sätzen bestand die vom Magistrat vorgelegte Beschlussvorlage. Über sie wurde einzeln abgestimmt. Die Ausschreibung der Planungsleistungen wurde lediglich mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen, dagegen sprachen sich die Fraktionen von CDU, FDP, Linke, Demokratie erneuern/Freie Wähler sowie der Pirat aus. Die Herausnahme der Brücke aus der weiteren Planung wurde gegen die Stimmen von CDU, FDP und Demokratie erneuern/Freie Wähler durchgesetzt.

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