Gastronomin Heußner betreibt Mitarbeiter-Kantine in der documenta-Halle

Alles frisch: Iris Heußner bewirtet in der documenta-Kantine Künstler, Handwerker und andere Mitarbeiter. Zu der Kantine gehört eine Terrasse, die sich in diesen Tagen großer Beliebtheit erfreut. Foto: Malmus

kassel. Die Küche misst gerade mal vier Quadratmeter. Dass Iris Heußners Catering-Unternehmen Esskultur dort Tag für Tag bis zu 250 Essen zubereitet, das allein gleicht einem Kunststück. Doch damit nicht genug.

Das „Café 13“, wie die Kantine für Künstler und Mitarbeiter der d 13 in der documenta-Halle heißt, verarbeitet auf Wunsch von documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev in der Regel nur regionale Produkte in Bio-Qualität. Und muss dabei wirtschaftlich bleiben.

Seit April ist das KüchenTeam für die Kunst im Einsatz. Bis drei Tage vor dem Start der Weltkunstschau am 9. Juni kocht, backt und brutzelt es für Gaumen, die zum Teil ganz andere Speisen gewöhnt sind. Bislang sei es ihr gelungen, „dass jeder etwas findet“, sagt die 48-Jährige. Der Vegetarier ebenso wie der Moslem, der kein Schweinefleisch isst, und der an scharfe Gewürze gewohnte Südamerikaner.

Ob Gemüseteigtaschen mit Tomaten und Parmesan, Fischfilet mit buntem Gemüse oder Hähnchenkeule mit Gemüsereis, die Gerichte samt Vor- und Nachspeise sowie Salatbuffet sind begehrt. „Das Essen in der Kantine ist immer sehr lecker“, sagt ein Mitarbeiter der documenta.

Abends gibt es Suppe oder Würstchen. „Ahle Wurst, Blut- und Leberwurst kommen ebenfalls gut an“, sagt die Kantinen-Chefin, die auch schon mal Weckewerk angeboten hat. Aber nur in kleinen Portionen. Und Grüne Soße, die „supergut“ angekommen sei. Wie der Käse aus der Region.

Vegetarische Gerichte

„Mittlerweile schmecken die vegetarischen Gerichte allen so gut, dass sich viele beides auf den Teller laden“, sagt die ehemalige Postillion-Wirtin. Sie bringt fast 25 Jahre Gastronomie-Erfahrung mit. Die documenta-Kantine betreibt sie zum dritten Mal.

Zu ihren Lieferanten zählen die Kasseler Metzgerei Rohde, die hiesigen Marktbeschicker, eine Bäckerei mit eigener Mühle in Thüringen und die Kasseler Pralinenwerkstatt, die Kuchen und Desserts beisteuert. Mit dabei ist auch die Einkaufsgemeinschaft Sellcon für Gastronomie und Großverbraucher. Die Arbeitstage sind lang. Von morgens acht bis abends um elf ist Iris Heußner im Einsatz. Bei schönem Wetter wie in diesen Tagen, wenn ihre Gäste draußen auf der Terrasse sitzen, kann es noch später werden.

Die Gastronomin liebt die Atmosphäre, das Sprachengewirr und die Gemeinschaft, die mit der Zeit immer stärker geworden ist. Sie bringt ihren Gästen Kassel nahe, hilft bei der Suche nach einem guten Arzt, einer Wäscherei und Sportangeboten. Ihr Team mit 38 Mitarbeitern deckt bis auf Chinesisch und Japanisch auch fast alle Sprachen ab.

„Die sind alle total glücklich“, sagt sie über ihre Gäste aus der Kunstszene. Den Wunsch, die Kantine über die Aufbauzeit hinaus weiterzuführen, könne sie aber nicht erfüllen. „Das schaffe ich nicht.“ Mit dem Start der documenta geht es für die Gastronomin aber weiter: Dann wird aus der Kantine ein öffentliches Bistro für alle. ARTIKEL UNTEN, HINTERGRUND

Von Ellen Schwaab

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