Kochwurscht mit Tradition: Fleischerei Barthel feiert 50-jähriges Bestehen

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Sie sind stolz auf ihre Fleischwaren: Die Verkäuferinnen Sarah Clobes und Birgit Siemon (von links) sowie Sonja Barthel und Seniorchef Erhard Barthel hinter dem Verkaufstresen an der Wilhelmsstraße.

Kassel. Die Kochwurst von der Fleischerei Barthel an der Wilhelmsstraße ist ein Markenzeichen. Wem beim Thema Kochwurst auch noch ein anderer Name aus der Innenstadt einfällt, liegt genau richtig.

„Mein Vater und ich haben damals eine Filiale von Fernau übernommen“, sagt Seniorchef Erhard Barthel (72).

Genau 50 Jahre ist das jetzt her. Deshalb bietet die Fleischerei Barthel bis zum Wochenende die Kochwurst zum Geburtstagspreis von einem Euro an.

Mittlerweile ist der Familienbetrieb in die dritte Generation gegangen. Sonja Barthel (37) ist die erste Frau an der Spitze und eine Exotin in der Männerdomäne der heimischen Metzgereien. Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, hat das Studium aber zugunsten der Arbeit im Familienbetrieb mit 19 Mitarbeitern abgebrochen.

Ohne Zusätze

Als Quereinsteigerin hat sie die Tradition weiterentwickelt. „Wir setzen ausschließlich auf natürliche Produkte“, sagt sie. Das Fleisch liefert Heiner Korte aus Menden im Sauerland. „Wer einmal gesehen hat, wie artgerecht die Schweine dort leben und was sie fressen, ist begeistert“, sagt Sonja Barthel. Korte sei kein Biobauer, sondern noch besser.

Bei einer Bustour im Mai kommenden Jahres sollen sich die Kunden selbst ein Bild davon machen. Als Mutter einer achtjährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohns achte Barthel darauf, dass keine Zusatzstoffe verwendet werden. Für die zunehmende Zahl von Allergikern sei das eine Wohltat. „Unsere Produkte sind frei von Lactose, Gluta-mat, Gluten und Jod. Außerdem sind sie arm an Cholesterin und Harnsäure“, sagt sie.

Seniorchef Erhard Barthel respektiert, dass sein Sohn Andreas andere berufliche Interessen hat. Aber er ist froh, dass seine Schwiegertochter die Familientradition fortsetzt. Er kann sich noch an die Anfänge in den 1960er-Jahren erinnern. „Damals fuhren noch Autos auf der Königsstraße“, sagt er. Den Verkehr an der Rathauskreuzung regelten Polizisten. Auch die Ess- und Lebensgewohnheiten hätten sich seitdem erheblich verändert. Der Sonntagsbraten sei aus der Mode gekommen. „Heute macht der Fleischverkauf nur noch zehn Prozent aus“, sagt Sonja Barthel. Unverändert ist dagegen die Vorliebe der Kasseler für ihre „Kochwurscht“ geblieben.

Neue Filiale

In der neuen Filiale an der Kohlenstraße 74 findet am Samstag, 1. Oktober, ein Tag der offenen Tür statt. Beginn ist um 11 Uhr. Es gibt Geburtstagsangebote und die Möglichkeit zum Blick hinter die Kulissen.

Fleischerei Barthel im Internet: www.kasseler-kultwurst.de

Von Thomas Siemon

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