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Wocheneinkauf in Kassel frei Haus: Start-up hat ehrgeizige Expansionspläne

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Von: Barbara Will

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Packen für kochfreudige Kunden: Food-Bringer geht mit ehrgeizigen Plänen an den Start.
Packen für kochfreudige Kunden: Food-Bringer geht mit ehrgeizigen Plänen an den Start. © Food-Bringer

Leute aus Kassel und Umgebung können sich von Food-Bringer beliefern lassen. Es gibt eine Box mit Fleisch, vegetarisch und eine Discountversion.

Kassel – Die Packtests sind schon erledigt: Drei bis vier Minuten dauert es in der Baunataler Lagerhalle von Food-Bringer, die Box mit frischen Lebensmitteln zu füllen: Frühstück, warme Mahlzeit, Brotzeit, alles für zwei oder vier Personen und fünf Tage. Das Unternehmen geht zunächst in Kassel und Umgebung an den Start, mit eigenen Fahrern und einem Konzept, das Geschäftsführer und Gründer Sebastian Müller zwar in der Nähe des Kochboxversenders HelloFresh sieht, aber nicht als dessen Kopie verstanden wissen will.

„Wir sind der Wocheneinkauf“, sagt der gelernte Marketingfachmann dazu. Wie bei dem inzwischen börsennotierten Berliner Unternehmen, das mit seinen Hauslieferungen zu den Gewinnern der Corona-Pandemie zählte, gibt es auch bei Food-Bringer Rezepte und die passenden Zutaten für Menschen, die zwar selbst kochen, sich aber den Weg in den Supermarkt sparen wollen. Der Unterschied sei jedoch das umfangreiche Angebot, das drei Mahlzeiten pro Tag umfasse – auch Süßigkeiten und Knabbereien lassen sich dazubuchen. Das Monatsabo ist wöchentlich kündbar.

Kassel: Boxen mit Essen für eine Woche ins Haus geliefert

Die Boxen mit Thermoelementen, die Müller „die nachhaltigsten am Markt“ nennt und die komplett im Altpapier entsorgt werden können, gibt es mit Fleisch, vegetarisch und in einer Discountversion. Ab kommender Woche wird dienstags, donnerstags und samstags geliefert. Die günstigste Wochenbox für zwei Personen kostet 99,99 Euro. Paella mit Hähnchen und Zucchini oder Schnitzel mit selbst gemachten Kartoffelspalten und Gurkensalat sind erste Inhalte.

Ein Schwerpunkt liege auf Obst und Gemüse, sagt Food-Bringer-Mitarbeiter Norman Rasch. Besonders wichtig sei die Frische der Lebensmittel. Eingekauft wird bei ausgewählten Lieferanten, so saisonal und regional wie möglich, allerdings nicht durchgehend in Bio-Qualität. Müller wiederum nennt die Versorgung der Kunden mit guten Lebensmitteln „zu einem fairen Preis“ eine „Herzensangelegenheit“.

Essen nach Hause liefern: Neues Unternehmen in Kassel will schnell wachsen

Das Unternehmen, das mit fünf Beschäftigten an den Start geht, plant mit raschem Wachstum. Will Food-Bringer anfangs 50 bis 100 Haushalte in und um Kassel herum versorgen, seien als nächster Schritt 250 Kunden angepeilt, in vier Monaten sollen es bereits 1000 sein, sagt Müller. In eineinhalb bis zwei Jahren sollen bereits 40.000 Boxen pro Monat ausgeliefert werden. Auch die Gewinnschwelle will Müller „wesentlich schneller als bei anderen Start-ups“ erreichen. Beim Auftritt in der Region soll es nicht bleiben: „Wir werden uns relativ schnell in andere Monopolregionen bewegen.“ Ziel sei „ganz klar, den deutschen Markt für uns zu gewinnen“. Bei einer Berliner Branding-Agentur, vier Anwaltskanzleien und einer externen Datenschutzbeauftragten holte man sich die Unterstützung für den Anlauf.

Die Investitionen von rund 250.000 Euro hat Müller, der auch eine Agentur für Sport-Sponsoring besitzt, nach eigenen Angaben mit eigenem Geld bezahlt. Mit dem Eishockeyspieler Richard Mueller, der lange für die Kassel Huskies antrat, hat der Food-Bringer-Gründer übrigens nur den Namen und einen kurzen gemeinsamen Berufsabschnitt gemeinsam: Der Deutsch-Kanadier war zwar Teil von Sport-Sponsoring Müller, kehrte dann aber in den Profisport zurück. (Barbara Will)

Auch ein 20-jähriger Kasseler machte sich kürzlich mit seinem Lieferservice „Fastlife Food“ selbstständig. Die 10-Minuten-Lieferversprechen der Konkurrenz sieht er kritisch.

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