Guthaben aus 2020 sind betroffen

Königs-Galerie: Streit um Parkgutschriften dauert an

Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz, Kasseler Parkhausgesellschaft
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Parkmöglichkeit mit Zugang zur Königs-Galerie: Die Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz steht unter Verwaltung der Kasseler Parkhausgesellschaft. Deren Chef Gerhard Jochinger war bis 2020 auch Betreiber der Galerie.

Parkguthaben auf der früheren Kundenkarte der Königs-Galerie kann man in der Tiefgarage Friedrichsplatz immer noch nicht einlösen. Grund ist eine Auseinandersetzung zwischen Galerie- und Parkhausbetreiber.

Kassel – Kunden der Königs-Galerie, die beim Einkauf Parkgutschriften auf ihrer Kundenkarte gesammelt haben, müssen auf diesen Bonus vermutlich verzichten – zumindest auf jene Gutschriften, die im Jahr 2020 entstanden sind. Hintergrund ist, dass die Einkaufsgalerie und die Tiefgarage am Friedrichsplatz seit einiger Zeit unterschiedliche Betreiber haben. Die streiten sich um finanzielle Forderungen. Anfragen von Kunden, die sich die gesammelten Bonusbeträge fürs Parken freischalten lassen wollen, laufen bei beiden Stellen ins Leere, wie mehrere HNA-Leser berichten.

Die „Kö-Bonus-Card“, die viele Autofahrer noch in der Brieftasche haben, hatte Ende 2020 ihre Funktion als Kundenkarte in der Einkaufsgalerie verloren. Bis dahin konnte man sich je 10 Euro Einkaufswert einen Parkbonus von einem Euro darauf gutschreiben lassen. Als Parkkarte für diverse Kasseler Parkhäuser gilt sie aber noch weiterhin. Damit kann man Parkgeld nutzen, das man selber am Automaten auf die Karte gebucht hat. Ein Bonusguthaben, das sich auf einem separaten Magnetstreifen der Karte befindet, müsste erst am Leitstand der Tiefgarage freigeschaltet werden, bevor man es zum Bezahlen der Parkgebühr verwenden kann.

Die Umbuchung oder sonst eine Vergütung wird Parkkunden allerdings immer noch verweigert, ein halbes Jahr nach Bekanntwerden des Konflikts. Niemandem solle ein Bonusguthaben verloren gehen, hatten sowohl das Management der Kö-Galerie als auch die Kasseler Parkhausgesellschaft damals betont. Inzwischen sieht es nicht mehr danach aus, dass einer der Streitparteien an einer Lösung im Sinne der Kunden gelegen ist. Jeder verweist Fragesteller an die jeweils andere Seite.

Gerhard Jochinger, Chef der Kasseler Parkhausgesellschaft und bis Ende 2019 auch Hausherr der Königs-Galerie, machte gegenüber der HNA geltend, er habe vom neuen Galeriebetreiber HT Group noch einen fünfstelligen Betrag zu bekommen und deswegen eine Klage angestrengt. Dabei gehe es unter anderem auch um Verrechnungszahlungen für die Parkgutschriften aus 2020. Diese Gutschriften seien durch die Königs-Galerie beziehungsweise deren Geschäfte erteilt worden und müssten erst mal gegenüber der Parkhausgesellschaft beglichen werden, bevor man die Beträge an die Kunden weitergeben könne.

Auch habe er dafür bislang keine Abrechnungsdaten von HT erhalten, sagte Jochinger. Er selbst habe keinen Zugriff mehr auf die Daten des Dienstleisters, der das früher erledigt habe. Allein durch Vorlage einzelner Parkkarten durch Kunden sei es aber nicht möglich, das Parkbonusgeld nach kaufmännischen Regeln zu verbuchen.

„Wir tauchen nicht ab“, betonte Jochinger; „wer sich jetzt rühren muss, ist HT.“ Dorthin, also an das Galeriemanagement, sollten sich Kunden mit Fragen zum Parkbonus wenden, sagte er.

Dasselbe, nur anders herum, sagte Geschäftsführer Matthias Schneider von der HT Königsgalerie Verwaltungs-GmbH: „Wir sehen die Verantwortlichkeit für den Parkbonus einzig und allein bei der Parkhausgesellschaft.“ Kunden, die dazu Fragen haben, seien bei Jochinger an der richtigen Adresse. Weiter wollte Schneider die Auseinandersetzung mit dem Voreigentümer der Einkaufsgalerie nicht kommentieren.

Um wie viel Bonusgeld aus dem Jahr 2020 es noch geht, war von keiner der beiden Seiten zu erfahren. HNA-Leser Erich Weidel gehört zu jenen, die das System gern und rege genutzt haben: „Ich habe seit November jeden Monat in der Tiefgarage nachgefragt.“ Dass er die gut elf Euro auf seiner Karte noch einmal eingelöst bekommt, glaubt Weidel inzwischen nicht mehr. (Axel Schwarz)

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