Kartenvorverkauf hat begonnen

"Körperwelten" – Gunther von Hagens Ausstellung kommt nach Kassel

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Inszenierung: Bei der „Körperwelten“-Ausstellung werden die Exponate zumeist in verschiedenen Situationen ausgestellt.

Die umstrittene und weltweit bekannte „Körperwelten“-Ausstellung gastiert vom 21. Februar bis 17. Mai in Kassel. 200 präparierte Körper und Körperteile werden ausgestellt. 

In der documenta-Halle werden fast drei Monate lang etwa 200 präparierte Körper und Körperteile ausgestellt, die aus dem Plastinarium des Mediziners Dr. Gunther von Hagens stammen. Die Veranstalter erwarten bis zu 100.000 Besucher. Heute startet der Vorverkauf.

Zuletzt gastierte die Wanderausstellung 2004 in Hessen. Damals war sie in Frankfurt zu sehen und zog auch Tausende Besucher aus Nordhessen an. Bei der ersten Kasseler „Körperwelten“-Ausstellung wird das Herz im Mittelpunkt stehen. Kuratorin ist von Hagens Ehefrau, die Ärztin Dr. Angelina Whalley, die bei der Eröffnung auch in Kassel sein wird. Sie wolle mit der Ausstellung dafür werben, dass die Menschen „herzbewusster und herzgesünder leben“, sagt sie.

Körperwelten in Kassel: 20 Ganzkörperexponate und Körperscheiben einzelner Organe 

Unter den in Kassel zur Schau gestellten Objekten sind 20 Ganzkörperexponate sowie Teilplastinate und transparente Körperscheiben einzelner Organe. Sie stammen alle aus Gunther von Hagens Plastinarium in Guben an der polnischen Grenze. Dort werden die Körper mittels Plastination (siehe Hintergrund) konserviert. Nach Angaben des Veranstalters stammen sämtliche Exponate aus dem Körperspende-Programm des Instituts für Plastination Heidelberg, das von Hagens gegründet hat. 18 000 Spender sollen sich dort registriert haben.

Gunther von Hagens, Plastinator

„Die Kontroverse um die Körperwelten ist weitestgehend verstummt. Es gibt sie ohnehin nur in Deutschland. In anderen Ländern erleben wir das nicht“, sagt Oliver Forster von der Veranstaltungsagentur Cofo-Entertainment, die die Schau nach Kassel holt. Bischöfin Dr. Beate Hofmann gehört zu den Kritikern: „Die Störung der Totenruhe und die Verzweckung von Menschen für die Neugier und Schaulust sind für mich problematisch.“

Mittlerweile sind die „Körperwelten“ zu einem Großunternehmen geworden. Es gibt weltweit sieben Wanderausstellungen sowie vier Museen in Berlin, London, Amsterdam und Heidelberg.

Körperwelten: Rabatte für HNA-Abonnenten

Für Inhaber der HNA-Abo-BonusCard gibt es vergünstigte Tickets – aber nur im Vorverkauf. 40 Prozent Rabatt wird auf Familien- und Erwachsenenkarten gewährt, wenn der Ausstellungsbesuch bis einschließlich 8. März 2020 stattfindet. Für einen Ausstellungsbesuch ab 9. März erhalten Abo-BonusCard-Besitzer noch vier Euro Rabatt auf Familienkarten und zwei Euro auf Erwachsenenkarten. Rabatte sind nur erhältlich beim HNA-Kartenservice (0561/ 20 32 04) und bei allen HNA-Geschäftsstellen.

Preise und Öffnungszeiten

  • Erwachsene: Werktags 19 Euro bzw. 21 Euro (Sa-So)
  • Kinder (7-18 Jahre): Werktags 13 Euro bzw. 15 Euro (Sa-So). Unter 7 Jahre ist der Eintritt frei.
  • Ermäßigungen gibt es für Schüler, Studenten, Rentner, Menschen mit Behinderung. Zudem gibt es Familien- und Gruppentickets.
  • Es gibt Zeitfenstertickets, mit denen der Zugang in einem bestimmten Zeitfenster, aber ohne maximale Verweildauer möglich ist. Dies soll lange Wartezeiten vermeiden. Es gibt aber auch teurere Flextickets (25 Euro), die für beliebige Tage gültig sind.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-18 Uh, Sa-So 10-18 Uhr. Weitere Infos.

Körperwelten ab 21. Februar in Kassel: Diese Schau geht unter die Haut

Wenn die „Körperwelten“-Ausstellung am 21. Februar ihre Türen in der documenta-Halle öffnet, wird es in der Stadt mit Sicherheit eine Debatte darum geben. Diese ist den Ausstellungsmachern aber nur recht. „Was kann uns Besseres passieren“, sagt Organisator Oliver Forster von Cofo-Entertainment und hat dabei den Werbeaspekt im Blick. Schließlich will er aus einem Umkreis von 120 Kilometern bis zu 100 000 Besucher für die Schau nach Kassel locken. 

Die bis zum 17. Mai laufende Ausstellung steht unter dem Titel „Eine Herzenssache“. Kuratorin Dr. Angelina Whalley, die mit von Hagens verheiratet ist, stellt das zentrale Organ unseres Körpers in den Mittelpunkt. So soll etwa auf die Gefahren von Krankheiten des Blut-Kreislaufsystems aufmerksam gemacht werden. 

Gesundheitliche Aufklärung laut Machern oberstes Ziel der Körperwelten 

Oberstes Ziel der „Körperwelten“ sei die gesundheitliche Aufklärung, so die Macher. Darüber hinaus erhalte der Besucher beginnend vom Skelett über das Zusammenwirken der Muskulatur bis hin zur Entwicklung im Mutterleib ein detailliertes Bild über Aufbau und Funktion des menschlichen Innenlebens. Für die Plastination eines kompletten Körpers benötigen die Experten ungefähr 1500 Arbeitsstunden. 

Der Erfinder der „Körperwelten“, Gunther von Hagens, wird nicht nach Kassel reisen. Der 74-Jährige ist an Parkinson erkrankt und meidet öffentliche Auftritte. Deshalb wird seine Ehefrau die Ausstellung in der documenta-Halle eröffnen. 

Mit weltweit 50 Millionen Besuchern – elf Millionen allein in Deutschland – ist die seit 1995 stattfindende Wanderausstellung „Körperwelten“ die erfolgreichste Anatomieausstellung. Erfahrungsgemäß seien zehn bis 15 Prozent der Besucher Schüler, die im Rahmen des Biounterrichts die Ausstellung besuchten, sagt Oliver Forster von Cofo-Entertainment. Er rät interessierten Besuchern, die Ausstellung möglichst frühzeitig zu besuchen, da es zum Ende hin meist sehr voll werde.

Hintergrund: Plastination

Die Plastination wurde als Verfahren der Konservierung von Körpern und Körperteilen von Gunther von Hagens 1978 entwickelt. Dabei wird das in den Zellen vorhandene Wasser durch einen Kunststoff ersetzt. Die Farben gehen dabei verloren und werden später wieder künstlich hergestellt. Man unterscheidet zwischen Vollplastinaten (ganze Körper oder Organe) und Scheibenplastinaten (Längs- und Querschnitte durch Organe oder Körperteile).  

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