Fernwärmekraftwerk

Kassel plant den Kohleausstieg früher als geplant

Das Fernwärmekraftwerk an der Dennhäuser Straße in Kassel.
+
Soll 2025 keine Kohle mehr verbrennen: Das Fernwärmekraftwerk an der Dennhäuser Straße in Kassel.

2025 soll mit der Verbrennung von Kohle im Kasseler Kraftwerk an der Dennhäuser Straße Schluss sein. Das hat jetzt auch der Aufsichtsrat des Unternehmens beschlossen.

Kassel – Der Kohleausstieg zum Jahr 2025 ist in Kassel beschlossene Sache: Dem um drei Jahre vorgezogenen Ausstieg – bisher war das Jahr 2028 angepeilt worden – hat jetzt der Aufsichtsrat der Städtische Werke Energie und Wärme GmbH (EWG) auf Vorschlag der Geschäftsführung zugestimmt, berichtet das Unternehmen.

Die EWG ist eine Tochter der Städtische Werke AG und betreibt das Fernwärmekraftwerk an der Dennhäuser Straße. Nach dem Beschluss soll dort ab 2025 keine (Braun-)Kohle mehr verfeuert werden. Dafür werde das Kraftwerk „sukzessive von Kohle auf die klimaneutralen Brennstoffe Klärschlamm und Altholz umgestellt“, kündigt Dr. Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke, an. Er spricht von einem wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität Kassels. „Unser Plan zur Umstellung auf klimaneutrale Brennstoffe ist ambitioniert. Aber nun haben wir notwendige Parameter wie Lieferverträge für Klärschlamm und realistischere Einschätzungen zur Dauer von Genehmigungsprozessen und zur technischen Machbarkeit“, sagt Maxelon.

Mit dem Ausstiegsbeschluss geht der Verzicht des Aktionsbündnisses „Kassel kohlefrei“ auf ein Bürgerbegehren einher. Wie berichtet, hatte das Bündnis zunächst den Kohleausstieg für 2023 gefordert. Nach Gesprächen mit Stadt und Städtischen Werken und der Zusage, den Ausstieg vorzuziehen, hatte es trotz über 7000 gesammelter Unterschriften von dem Bürgerbegehren abgesehen. „Wir freuen uns, dass der Kohleausstieg jetzt wirklich so bald umgesetzt wird“, sagt Sprecherin Marie Ossenkopf.

Die Stadt Kassel habe sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden, betont Oberbürgermeister Christian Geselle, der auch Vorsitzender des EWG-Aufsichtsrats ist. „Mit dem Beschluss sind wir diesem Ziel und der klimafreundlichen Wärmeversorgung tausender Kasseler Haushalte einen wichtigen Schritt nähergekommen.“

Erklärtes Ziel ist es, ab 2025 im Kasseler Fernwärmekraftwerk keine Kohle mehr zu verbrennen. Nur noch Klärschlamm und Altholz sollen dann als Brennstoffe eingesetzt werden. Im April ist eine Klärschlamm-Bandtrocknungsanlage in Betrieb gegangen. Das Kraftwerk produziert nach Unternehmensangaben Strom und Wärme per Kraft-Wärme-Kopplung. Der Brennstoff-Ausnutzungsgrad liege bei 82 Prozent, ältere konventionelle Kraftwerke kämen auf 40 Prozent. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.