Hoher Ausländeranteil an Uni Kassel – Aber 60 Prozent aus Region

Kassel. Die Universität Kassel hat in erster Linie ein regionales Einzugsgebiet. Von den 21 518 Studenten kommen 60 Prozent aus Hessen – der Großteil aus Kassel und den angrenzenden Landkreisen. Auf der anderen Seite ist es aber erstaunlich, wie international die Universität ist.

Mit einem Ausländeranteil von zwölf Prozent ist die Uni im Ausland so beliebt wie die ausgewiesenen Studentenstädte Marburg (12 Prozent) und Göttingen (11 Prozent). Aber auch mit der renommierten TU München (12 Prozent) kann der multikulturelle Kasseler Campus konkurrieren, auf dem sich Menschen aus 110 Nationen tummeln. Der Großteil der jungen Ausländer kommt aus Europa und Asien. Auf die Länder bezogen, kommen die meisten aus der Türkei (397) und China (261).

Der Grund für den hohen Anteil internationaler Studenten liege in Kassel an den gestuften Studiengängen, die bereits an der früheren Gesamthochschule Kassel (der Vorgängerin der Universität) angeboten wurden. „Lange bevor Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland eingeführt wurden, war unser Studienmodell mit vielen internationalen Abschlüssen kompatibel“, sagt Annette Ulbricht, Sprecherin der Uni Kassel.

Dass gleichzeitig ein Großteil der Kasseler Studenten aus der Region stammt, sei nichts Ungewöhnliches, sagt Ulbricht. Die meisten deutschen Universitäten hätten einen hohen Anteil regional verwurzelter Studenten. Er liege in der Regel zwischen 50 und 70 Prozent. Nur überregional bekannte Universitätsstandorte wie Marburg, Heidelberg, Tübingen und Göttingen – in deren Umfeld auch meist nicht genügend junge Menschen lebten – hätten einen größeren Einzugsbereich.

Witzenhausen zieht an

Einige Kasseler Studiengänge haben aber eine besondere Anziehungskraft – zum Teil weit über die hessischen Grenzen hinaus. Dies gilt vor allem für die Ökologische Landwirtschaft am Unistandort Witzenhausen, wo mehr als die Hälfte der 670 Studenten nicht aus der Region kommt. „Das spezifische Profil ist einzigartig in Europa und vermutlich sogar weltweit“, sagt Ulbricht. Einen rein ökologisch ausgerichteten landwirtschaftlichen Studiengang gebe es nur in Witzenhausen.

Weitere Magneten sind etwa der Weiterbildungsstudiengang Öffentliches Management, der nur zu knapp zehn Prozent von Hessen belegt ist, und der Masterstudiengang Regenerative Energie und Energieeffizienz.

Auffällig ist auch, dass mehr Männer (53 Prozent) als Frauen in Kassel studieren – deutschlandweit dominieren die Frauen leicht an den Universitäten.

Von Bastian Ludwig

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