Kommentar zum Abriss an Schönfelder Straße: Auch ans Geld denken

Kassel. Inzwischen ist es komplett abgerissen: Das Haus an der Schönfelder Straße/Ecke Wehlheider Straße stand unter Denkmalschutz. Weil sich kein Käufer fand, wurde es zum Abbruch freigegeben. Ein Kommentar von Uli Hagemeier.

"Ein Haus stand unter Denkmalschutz und wurde abgerissen - engagierte Bewahrer des alten Kassel kritisieren das. Zu Recht? Nein, denn der Begriff „schützenswert“ setzt sich zusammen aus „Schutz“ und „Wert“. Kein Mensch war bereit, die Ruine an der Hauptstraße durch den Einsatz von viel Geld bewohnbar zu machen - der Erhalt dieses Hauses war also niemandem etwas wert.

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Die Denkmalschützer müssen die wirtschaftliche Dimension beim Erhalt berücksichtigen. Und dass auf dem Grund denkmalgeschützer Gemäuer auch neuer Wert entstehen kann, der in die Zukunft gerichtet ist, sehen wir am Königsplatz, wo das Henschelhaus weichen musste. Denkmalschutz wirtschaftlich zu denken bedeutet nicht, ihn komplett auszuhebeln. Es ist aber weltfremd, Privateigentümer verpflichten zu wollen, ihre Gebäude nicht verfallen zu lassen. Rechtlich ist das kaum durchsetzbar - und den meisten, die das Haus vergammeln lassen, in dem sie leben, wird schlicht das Geld für die Sanierung fehlen."

Von Uli Hagemeier

hai@hna.de

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