Neue Regelungen

Kommentar zu ärztlichen Bereitschaftsdiensten: "Fatale Folgen denkbar"

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Martina Heise-Thonicke.

Kassel. Bei der Neuorganisation des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes gibt es Irritationen. Erstmals werden alle Ärzte mit einer Kassenzulassung zum Bereitschaftsdienst herangezogen. Was das für die Ärzteschaft und die Patienten bedeuten könnte, kommentiert HNA-Redakteurin Martina Heise-Thonicke.

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In Kassel schafft die Umstellung aber auch neue Probleme. Nach langjähriger anderer Praxis werden sehr kurzfristig alle Kassenärzte zum Bereitschaftsdienst herangezogen. Auch solche, die sich zwar auf einem Gebiet spezialisiert haben, aber mit Verstauchungen, Rheumaschüben oder Bauchschmerzen vielleicht überfordert wären.

Kein Wunder, dass 167 Mediziner diesen Dienst abgelehnt haben. Mit der Folge (und wohl auch Absicht), dass sie zahlen müssen, um den Bereitschaftsdienst mit zu finanzieren.

Natürlich hat jeder zugelassene Arzt eine umfassende Ausbildung absolviert und muss sich fortbilden. Ob es sich dennoch bemerkbar machen wird, wenn eventuell Ärzte mit weitaus weniger Routine als beispielsweise Hausärzte Halsschmerzen und Abszesse behandeln, wird sich zeigen. So könnten unsichere Ärzte im Zweifel öfter Patienten in die Klinik überweisen. Das wäre eine fatale Folge. hei@hna.de

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