Mehr Stellen für die Strafverfolgung müssen her

Kommentar zur Anklage gegen Mehmet Göker: Langsame Mühlen

Kassel. Gegen Mehmet Göker, den früheren Chef des Versicherungsvermittlers MEG, liegt nach neuesten Erkenntnissen eine weitere Anklage vor. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Vermögen beiseitegeschafft zu haben. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteur Frank Thonicke.

Dass Mehmet Göker alles versucht, um sein Vermögen auf Kosten der vielen Gläubiger zu retten, überrascht nicht wirklich. Denn seit Langem ist klar, dass hinter dem anfänglichen Kasseler Glanz ein Krimineller steckt, der gnadenlos auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Dabei spielte ihm ein seltenes Talent in die Hände: Er war ein Menschenfänger, der andere von sich und seinen krummen Geschäften überzeugen konnte - noch heute sitzen einige seiner Fans bei ihm in der Türkei.

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Was einen wirklich ärgern kann, ist die Langsamkeit der deutschen Justiz: Sein Vermögen inklusive Ferienhäuser hat Göker 2009 in Sicherheit gebracht. Vier Jahre später, im September 2013, war die Anklageschrift fertig. Wiederum einen Monat später erreichte sie das Landgericht. Das hat bisher, also in 13 Monaten, nicht entschieden, ob das Verfahren eröffnet wird.

Die Begründung: Überlastung. Das wollen wir mal glauben. Die Konsequenz daraus muss aber die Politik beschäftigen: Mehr Stellen für die Strafverfolgung müssen her.

E-Mail an den Autor:  tho@hna.de

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