Kommentar zum Bauland-Vorstoß der SPD: "Fehler rächt sich"

Kassel. Der Kasseler SPD-Fraktionschef Christian Geselle will mehr junge Familien in die Stadt locken. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur José Pinto. 

José Pinto

Der Vorschlag des SPD-Fraktionschefs ist so ungewöhnlich wie diskussionswürdig: die Baulandpreise nach dem Einkommen zu staffeln. Es kann nicht sein, dass Normalverdiener zunehmend aus der Stadt verdrängt werden, weil sie nicht die Mieten und erst recht nicht die stark gestiegenen Baulandpreise zahlen können. Und es kann nicht sein, dass überall renditeträchtige Stadtvillen aus dem Boden sprießen, aber Facharbeiter – im Übrigen die Stützen unserer regionalen Wirtschaft – immer weiter aufs Land hinaus müssen. Die Frage ist nur, ob sozial gestaffelte Baulandpreise einer juristischen Prüfung standhalten. Das muss vor Einführung zweifelsfrei geklärt werden. Andernfalls droht der Schuss nach hinten loszugehen.

Lesen Sie dazu: 
- Bauland auch für mittlere Einkommen: SPD startet Vorstoß für Familien

Wie dem auch sei: Heute rächt sich, dass es die Stadt beizeiten versäumt hat, Bauland in ausreichendem Maße zu schaffen. Viele junge Familien zogen ins Umland und zahlen dort ihre Einkommensteuer, obwohl sie in der Stadt arbeiten. Die Folge: Kassel hat pro Kopf weniger Aufkommen bei dieser Steuerart als das bettelarme Offenbach.

Schreiben Sie dem Autor: jop@hna.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.