Kommentar zum Baustopp am Altmarkt: Eine echte Blamage

Kassel. Der Umbau der Altmarkt-Kreuzung führte nicht nur wegen Staus zu Ärger in Kassel. Nun ist nicht genug Geld da, um die Arbeiten fortzusetzen. Ein Kommentar von Uli Hagemeier, Leiter der Kasseler Lokalredaktion.

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Jahrelang wird der Umbau der Altmarkt-Kreuzung geplant. Von Experten oder sogenannten Experten, die sich auskennen mit Verkehrsplanung und der Finanzierung von Bauvorhaben der öffentlichen Hand.

Jahrelang plant man bei der Stadt, streitet mit dem Land, streitet innerhalb und mit politischen Gremien, plant noch einmal, debattiert erneut, plant etwas dazu, nimmt an anderer Stelle etwas weg, schreibt die Aufträge aus - und baut am Ende doch nicht.

Wie viel Steuergeld die erfolglose jahrelange Planung verschlungen hat, lässt sich wohl nicht beziffern - womöglich ist es mehr als die 300.000 Euro, die jetzt fehlen. Unterm Strich bleibt vor allem eins: eine Blamage für alle Beteiligten.

Impression vom Altmarktumbau in Kassel

Altmarktumbau in Kassel
Zurzeit wird am Altmarkt gebaut. Größte Veränderung sollten drei neue Fußgängerüberwege sein, die auf einem der verkehrsreichsten Kasseler Knotenpunkte entstehen sollen. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Der Altmarktumbau in Kassel war allerdings umstritten. Diskutiert wurde, ob ein überirdischer Weg für Fußgänger und Radfahrer sinnvoller ist, als eine Unterführung. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Erst war für das Projekt von Kosten in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro die Rede. Mittlerweile heißt es, der Umbau dürfte knapp 4 Millionen Euro kosten. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Der Altmarkt aus der Luft. © Herzog/Flugschule Kassel, Uwe Knabe
Altmarktumbau in Kassel
Wegen des Umbaus kommt es Altmarkt immer wieder zu langen Staus. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Zeitweise staute es sich die gesamte Frankfurter Straße bis zum Weinberg entlang. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Um sie geht es: Die Unterführung sollte beseitigt werden, um drei Überwege für Fußgänger und Radfahrer anzulegen. So sollten sie mit dem motorisierten Verkehr gleichgestellt werden. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Nicht mehr zeitgemäß? Der Altmarkt soll barrierefrei werden. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Um Wartezeiten und Staus an der künftigen Altmarkt-Kreuzung zu verringern, denkt die Stadt außerdem über die Verlegung von Buslinien nach. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Wegen des Altmarktumbaus muss einer der Beys-Bäume fallen. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Im Dezember 2006 verlor der Platz seinen 50er-Jahre-Charakter. Mit dem zu dieser Zeit begonnenen Abriss des 1957 errichteten Polizeipräsidums und dem Bau des neuen Finanzzentrums begann auch hier das 21. Jahrhundert. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt verknüpft und verteilt Verkehrsströme aus allen Richtungen. © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
1959 sah es am Altmarkt so aus. © Stadtmuseum
Altmarktumbau in Kassel
Ursprünglich hieß der Altmarkt "Altstädter Marktplatz". © Archivfoto HNA
Altmarktumbau in Kassel
Der Altmarkt teilt das Schicksal aller großen, zentralen Plätze. Einst war er Mittelpunkt der Stadt, hier wurde 1408 das Rathaus errichtet und 1837 wieder abgerissen. © Archivfoto HNA
Alles Wissenswerte über den Altmarkt finden Sie hier im Regiowiki

Drei von ihnen, die Baudezernenten Norbert Witte und Joachim Lohse sowie der Verkehrsamtsleiter Gunnar Polzin, sind nicht mehr im Amt. Vielleicht planen die verbliebenen Experten jetzt noch einmal alles neu. Kleiner Trost: Wer im Berufsverkehr unterwegs ist, steht weiter an einer vergammelten Kreuzung im Stau - nicht an einer, die für vier Millionen Euro umgebaut wurde.

Ein Kommentar von Uli Hagemeier

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