Abgang ist logisch

Kommentar zu Bürgermeister Kaisers Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender

Frank Thonicke über Bürgermeister Jürgen Kaiser

Kassel. Trinkraum, Blitzer, Sontheimer - die Liste der Pleiten und Pannen von Bürgermeister Kaiser ist lang. Dass er jetzt wenigstens als Aufsichtsratschef des Klinikums ausscheidet, ist nur logisch. Ein Kommentar von Frank Thonicke.

Denn dass Klinikum-Chef Sontheimer gehen musste, lag auch an der Fehleinschätzung von Kaiser. Der sprach sich war zwar für den Klinikchef aus, schätzte aber die massive Front im Aufsichtsrat gegen den Manager falsch ein. Übrigens: Auch manche Sontheimer-Gegner wissen inzwischen, mit der Abwahl des Krankenhaus-Chefs einen Fehler gemacht zu haben. Denn der hatte zwar soziale Defizite, war aber wirtschaftlich brillant - und betrieb damit die für eine Klinik wohl beste Daseinsvorsorge: Er sorgte für schwarze Zahlen.

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Die sind dringend nötig. Eine Pleite der Kliniken kann sich die finanziell marode Stadt unter keine Umständen leisten. Insofern ist es richtig, dass jetzt Oberbürgermeister Bertram Hilgen selbst das Heft als künftiger Aufsichtsratschef der Kliniken in die Hand nehmen will.

Das Ausscheiden von Kaiser bei den Kliniken dürfte nur der Anfang des Weges sein, an dessen Ende es auch einen Bürgermeister Kaiser nicht mehr geben wird. Hilgen wäre dann eine politische Baustelle los, die nicht zuletzt Chancen bei der kommenden Kommunalwahl kostet. In die muss er mit einem Magistrat gehen, der nicht ständig im Schussfeld der Kritik steht. Hilgen weiß, dass es auch um seine politische Zukunft geht.

Email an den Autor: tho@hna.de

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