"Mit Fürsorge hat das alles nichts zu tun"

Kommentar zum AWO-Bewohner: Keine Hilfe vom Heim

Ein dementer Altersheimbewohner aus Kassel ist  mit einem Rollator auf der Fahrbahn der Druseltalstraße umhergeirrt. Das Heim holte ihn nicht zurück. Ein Kommentar von Frank Thonicke.

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Da steht ein alter Mann mit seinem Rollator, leicht bekleidet bei kalten Temperaturen, auf der Fahrbahn einer Hauptverkehrsstraße. Er will zu Fuß in den Schwalm-Eder-Kreis. Er ist verwirrt und, viel schlimmer, er ist vermutlich in Lebensgefahr.

Ein hilfsbereites Paar nimmt sich seiner an. Es alarmiert das Awo-Altenheim, in dem der Mann zu Hause ist und das nur wenige Straßen entfernt liegt. Wie reagiert man dort? Kein Personal, keine Zeit, kaum Interesse. Zuständig seien andere, etwa die Polizei. Die kommt spät – aber sie kommt.

Die Reaktion des Altenheims macht einen fassungslos. Diese Ignoranz, dieses Nicht-Kümmern in einer brenzligen Situation grenzt an unterlassene Hilfeleistung. Dazu passt die erste Auskunft des Heimleiters, dass das Zurückholen von hilflosen Bewohnern nicht in den Heimplan passe.

Mit Fürsorge hat das alles nichts zu tun. Muss man also das „W“ in Arbeiterwohlfahrt künftig mit „Weggucken“ übersetzen? Wir hoffen nicht. Immerhin will das Awo-Heim künftig doch anders handeln.

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