Kommentar zur Demo im Rathaus

Kommentar zur Demo im Rathaus: Sturm der Narren

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Etwa 500 Menschen sind Montagnachmittag dem Aufruf der Initiative Junge Kultur Kassel gefolgt, sich gegen die drohende Schließung der Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen zu wehren. Ein Kommentar.

"Rathaus-Erstürmungen gibt es regelmäßig. Jedes Jahr, immer zur Karnevalszeit. Dann entern Kasseler Narren die Stätte der Verwaltung und des Parlaments. Das ist meist mehr oder weniger lustig.

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Gar nicht amüsant war, was gestern im Rathaus passierte. Da stürmten Menschen die Sitzung der Stadtverordneten, warfen Girlanden und Schwimmreifen von der Empore, lärmten und erzwangen den Abbruch. Polizei musste anrücken. Natürlich ist das Thema Bäder ein emotionales wie nur wenige in der Stadt. Dass eine anfangs friedliche Demo derart eskalierte, geht aber eindeutig zu weit.

Ganz daneben waren die Rufe „Wir sind das Volk“. Das haben entrechtete, entmündigte, drangsalierte und unterdrückte DDR-Bürger gerufen, um ihrem lebensgefährlichen Protest gegen ein Unrechtsregime eine Stimme zu verleihen.

Die Kasseler Demonstranten vergaßen, dass auch im Stadtverordnetensaal das Volk sitzt. Hingeschickt durch eine demokratische Abstimmung." (tho)

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