HNA-Meinung

Kommentar zum DNA-Test bei VW: "Gesetze missachtet"

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HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb

Wegen Spermaflecken auf der Jacke mussten sich 15 Mitarbeiter von VW in Baunatal Anfang April einer DNA-Reihenuntersuchung unterziehen. Eine solche Untersuchung darf laut Gesetz jedoch nur mit richterlicher Anordnung vorgenommen werden. Die gab es nicht. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb.

Wenn ein Mann am Arbeitsplatz auf die Jacke einer Kollegin ejakuliert, ist das eine große Sauerei, die Konsequenzen nach sich ziehen sollte. Am Arbeitsplatz und gegebenenfalls auch im Gerichtssaal. Vorausgesetzt, man erwischt den Mann.

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Nur sollten bei den Ermittlungen, seien sie noch so ungewöhnlich, sowohl die Verhältnismäßigkeit als auch die Gesetze gewahrt bleiben. Der Gesetzgeber sieht eine DNA-Reihenuntersuchung - auch auf freiwilliger Basis - nur im Fall eines Verbrechens vor. Dazu zählen zum Beispiel Mord, Totschlag, Entführung und Vergewaltigung. Allerdings keine Beleidigung oder Sachbeschädigung. Und nur diese beiden Straftatbestände scheinen nach Ansicht von Juristen in diesem Fall erfüllt worden zu sein.

Für die Frau mag das nicht nachvollziehbar sein. In diesem Fall wiegen die Freiheitsrechte der Unschuldigen aber schwerer. Wenn jede Beleidigung hierzulande eine DNA-Reihenuntersuchung nach sich ziehen würde, müssten die Ermittler wohl nur noch Speichelproben nehmen.

Schreiben Sie eine Email an die Autorin: use@hna.de

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