Kommentar zum Engpass bei Gelben Säcken: Verrückte Welt

HNA-Redakteur Bastian Ludwig

Kassel. Bei den Kasseler Stadtreinigern herrscht ein Engpass: Weder im Servicebüro der Stadtreiniger in der Innenstadt (Neuen Fahrt) noch bei den zwei Recyclinghöfen bekam man bis gestern Nachschub an Gelben Säcken. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Bastian Ludwig.

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Gelbe Säcke: Engpass bei den Stadtreinigern in Kassel

Der Engpass an gelben Säcken ist ärgerlich, aber natürlich kein Weltuntergang. Fassungslos macht aber die Geschichte, die dahintersteckt. Sie zeigt, dass die Globalisierung auch vor unseren Mülleimern nicht haltmacht. Es ist schon aberwitzig, dass unsere gelben Säcke aus Kostengründen in China produziert werden und über 20 000 Kilometer Seeweg und weitere Hunderte Lkw-Kilometer unterwegs sind, bevor sie in Kassel zu Müll werden. Es geht hier ja nicht um Hightech-Produkte, sondern um einen Fetzen Plastik, der um die Welt reist.

Das Phänomen ist nicht auf Kassel beschränkt. Viele deutsche Kommunen bestellen ihre Säcke in China und kämpfen deshalb immer wieder mit Lieferverzögerungen.

Selbst wenn man die Auswüchse der Globalisierung hinnimmt, bleibt die Frage, warum die Stadtreiniger mit der Ausgabe der Billig-Säcke geizen. Wer Nachschub braucht, muss erst seine Personalien hinterlassen – niemand soll die Gratis-Tüten für andere Zwecke nutzen. Macht sowieso keiner: Die sind so dünn und halten kaum den Müll.

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